„Noch nie da gewesenes Winterwetter“

USA schockgefrostet: Minus 39 Grad - Millionen Menschen ohne Strom und Heizung! Katastrophenfall ausgerufen

Extremstes Winterwetter versetzt weite Teile der USA in den Notstand. Bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich sind bei Millionen Menschen Strom und Heizung ausgefallen.

Houston - Notstand in den USA! Arktische Kälte hat zahlreiche Bundesstaaten in einen Ausnahmezustand gebracht. In Minnesota wurde in Hibbings/Chisholm Medienberichten zufolge mit minus 39 Grad ein neuer Kälterekord gemessen. Auf minus 26 Grad sank das Thermometer in Sioux Falls in South Dakota. Für die Stadt Lincoln in Nebraska etwa sollten die Temperaturen nach Prognosen über Nacht unter minus 30 Grad fallen. Im Zentrum des Landes hielt sich dem Nationalen Wetterdienst zufolge „kalte arktische Luft“.

Gefühlte Temperatur von minus 45 Grad - Polarwirbel sorgt für lebensbedrohliche Kälte

Dem Wetterportal wetter.de zufolge liegt die gefühlte Temperatur sogar noch deutlich darunter. Durch den bitterkalten, stürmischen Wind liegt die gefühlte Kälte bei bis zu minus 45 Grad! Schuld für die extremen und teils lebensbedrohlichen Wetterbedingungen ist ein Polarwirbel, der sich weiter nach Süden ausdehnt.

Millionen Menschen ohne Strom - Katastrophenfall in Texas ausgerufen

In Texas fiel die Kälte zwar weitaus milder aus - in der texanischen Metropole Houston etwa fielen die Temperaturen auf minus 9 Grad Celsius - doch die Konsequenzen waren extrem. Der südliche Bundesstaat ist kein eisiges Winterwetter gewöhnt, der Schneesturm führte in Teilen des Landes zu Chaos. „Wir sind heute Früh aufgewacht und alle Rohre waren zugefroren und wir hatten kein Wasser im Haus“, sagte Burke Nixon aus Houston der Nachrichtenagentur AFP. Die Folge: Stromausfall bei Millionen Haushalten.

Knapp 4,4 Millionen Menschen waren in Texas bis Montagabend (Ortszeit) Montag ohne Strom, wie es auf der Website Poweroutage.us hieß. Die Netzagentur des Bundesstaats (Ercot) hatte zuvor rotierende Abschaltungen von Teilen des Netzes angekündigt, um einen kompletten Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern. Es sollten etwa zwei Millionen Haushalte betroffen sein, wie es anfangs hieß. Gouverneur Greg Abbot erklärte wegen des Wintersturms den Notstand und appellierte an alle Texaner, wegen des "extrem rauen Wetters" vorsichtig zu sein. Eine entsprechende Notstandserklärung wurde auch auf der Homepage des Weißen Hauses veröffentlicht.

Stromausfall und Notstand in Texas - Nationalgarde im Einsatz

Oncor warnte Kunden, dass die weitreichenden Stromausfälle noch bis Dienstag anhalten dürften. Gouverneur Greg Abbott teilte mit, die Nationalgarde sei im Einsatz, um dabei zu helfen, frierende Menschen aus ihren Häusern in eines der 135 eingerichteten Wärmezentren zu bringen. Es seien rund 3300 Polizisten des Bundesstaats, knapp 600 Angehörige militärischer Einheiten, Allradfahrzeuge der Forstverwaltung und 700 Schneepflüge im Einsatz.

Wetter-Notstand in zahlreichen Bundesstaaten verhängt

Außer in Texas wurde der Notstand auch in Alabama, Oregon, Oklahoma, Kansas, Kentucky und Mississippi verhängt. In Oregon waren 300.000 Haushalte ohne Strom.

Auch in Mexiko waren in den Bundesstaaten Nuevo León, Chihuahua, Coahuila, Tamaulipas, Durango und Zacatecas am Montag fast fünf Millionen Haushalte zeitweise ohne Strom, wie der staatliche Stromanbieter CFE erklärte. Bei etwa zwei Drittel der Anschlüsse sei die Versorgung inzwischen wiederhergestellt, hieß es. Das Frieren von Pipelines habe zu einer Unterbrechung der Gaszufuhr geführt, hieß es.

Wetterdienst warnt vor „noch nie da gewesenem Winterwetter“

Der Nationale Wetterdienst (NWS) sprach von einem "noch nie dagewesenen und weitreichenden, gefährlichen Winterwetter" von einer Küste zur anderen. Derzeit gelten bereits für über 150 Millionen US-Bürger Warnungen vor Schnee- und Eisstürmen. Auf Twitter ist ein Video eines derartigen Schneesturms zu sehen:

Eine NWS-Grafik zeigt die Warnungen für die verschiedenen Bundesstaaten. Landesweit mussten hunderte Flüge gestrichen werden.

Die ungewöhnliche Kaltwetterfront sollte noch bis mindestens Dienstag andauern und auch Bundesstaaten bis in den Nordosten des Landes betreffen. Verschont geblieben sind bisher nur Teile des Südostens und Südwestens. Gefährlich, wenn auch weitaus weniger kalt, kann es derzeit auch auf Münchens Straßen werden. Der DWD warnt vor „Lebensgefahr“. (va/dpa)

Rubriklistenbild: © Sue Ogrocki/AP/dpa

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