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Veganer Bacon eher „salziges Esspapier“: Produkt-Optik kurios

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In Deutschland gibt es immer mehr vegane Ersatzprodukte. Doch nicht alle können die Kunden überzeugen.
In Deutschland gibt es immer mehr vegane Ersatzprodukte. Doch nicht alle können die Kunden überzeugen. © Extreme Vegarnivore (Facebook)

Ein Veganer testete sich durch Fleischersatzprodukte und teilte seine Ergebnisse mit seinen Facebook-Followern. Aldis veganer Bacon erinnert ihn optisch eher an Coca-Cola als an Fleisch.

Mülheim an der Ruhr – Auf Fleisch zu verzichten ist gut für die Umwelt und oftmals auch für die eigene Gesundheit. Sogar auf der Wiesn und im Leistungssport ist diese Ernährungsweise mittlerweile angekommen. Doch vielen fällt es schwer, das geliebte Steak oder den Bacon wegzulassen. Ersatzprodukte sollen da helfen. Geschmack und Konsistenz von Fleischfasern nachzuahmen, ist allerdings für die Hersteller oftmals eine Herausforderung.

Aldis Version von Bacon auf Erbsenbasis: „Leider nicht ausgereift“

Ein veganer Facebook-Nutzer hat Aldi Süds Version von Bacon auf Erbsenbasis genau unter die Lupe genommen. Sein Fazit fällt gemischt aus. Einerseits ist die Vermeidung von Tierleid ein Argument, das für dieses Produkt spricht, wie seine Verwendung des Hashtags #tierleidfrei verrät. Andererseits lässt der Geschmack des veganen Bacons noch zu wünschen übrig. „Super Idee, leider nicht ausgereift“, so der Nuzer in seiner Rezension.

„Optisch erinnert der Bacon eher an eine Coca-Cola Werbekampagne und geschmacklich geht’s in Richtung salzigem Esspapier“, beschreibt der Veganer das Produkt. Sein Fazit fällt vorsichtig optimistisch aus. „Da ist noch Luft nach oben! Aber das wird schon.“ Einen Kommentator des Beitrags erinnert die Optik des Aldi-Bacons nicht an Coca-Cola, sondern eher an eine beliebte Süßigkeit: „Muss bei dem ersten Bild direkt an diese Campino-Bonbons denken“, heißt es dort. Tatsächlich haben die Erdbeer-Sahne-Bonbons ein ähnliches Muster wie der vegane Bacon.

Vegetarier und Veganer: Von der Randerscheinung in den Mainstream

Wer früher auf Fleisch verzichtete, wurde oft schief angeschaut. Doch in den letzten Jahren stieg die Anzahl der Vegetarier und Veganer stark an: Im Jahr 2021 ernährte sich jeder zehnte Mensch ab 14 Jahren in Deutschland vegetarisch, zwei Prozent lebten vegan. Das geht aus Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hervor. Die Tendenz ist stark steigend, denn die Zahl der Veganer verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. Den meisten geht es dabei einer Umfrage zufolge ums Tierwohl, danach kommt der Schutz der Umwelt, auf Platz drei liegen gesundheitliche Gründe.

Es gibt durchaus bereits ausgereifte Fleischersatzprodukte. In einem direkten Vergleich der Stiftung Warentest von fleischhaltigen und fleischlosen Bratwürsten schnitten eine vegane und drei vegetarische Alternativen gut ab. Zahlreiche Firmen, darunter auch ein Start-up aus Spanien oder Redefine Meat aus Israel bieten mittlerweile sogar vegane Steaks aus dem 3D-Drucker an. Vegane oder vegetarische Fleischersatzprodukte wie jenes von Aldi gelten zwar als gesünder als rotes Fleisch. Doch auch sie sind oft stark verarbeitet oder reich an Fett. Am gesündesten ist es daher wohl, frische Zutaten selbst zuzubereiten.

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