Fall gelöst

Vermisstes Mädchen aus Bremen taucht nach Monaten wieder auf

Die Anleger und Schiffe an der Schlachte sind farbig beleuchtet.
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Die Anleger und Schiffe an der Schlachte sind farbig beleuchtet.

Seit dem 27. Juli 2020 galt ein Mädchen als vermisst. Jetzt ist sie wieder aufgetaucht.

Update vom 21. Dezember: Mittlerweile ist das Mädchen wieder aufgetaucht. Sie wurde in Bremen gefunden.

Erstmeldung vom 17. Dezember: Bühl - Wo ein 17-jähriges Mädchen abgeblieben? Diese Frage stellen sich nicht nur Ermittler seit Monaten, auch die Eltern des Teenagers suchen verzweifelt nach dem Mädchen. Seit dem 27. Juli 2020 fehlte von dem damals 16 Jahre alten Mädchen jede Spur.

Als vermisst gilt auch Rebecca Reusch aus Berlin. Nun enthüllen zwei Journalistinnen neue Details.

Eltern haben schlimmen Verdacht

Bereits wenige Tage nach dem Verschwinden des Mädchens in Baden-Württemberg veröffentlicht die Polizei einen Aufruf. „Sie wird nun in Bremen vermutet“, erklären Ermittler Anfang August. Neben einer Personenbeschreibung wird auch ein Foto des Mädchens an die Öffentlichkeit herausgegeben. Anfang Dezember wird der Aufruf der Polizei noch einmal aktualisiert, denn sie gilt noch immer als vermisst. Inzwischen wird das Mädchen europaweit gesucht. Ihre Eltern haben einen ganz bestimmten Verdacht, im Gespräch mit RTL äußert sich das Paar erstmals.

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Gegenüber dem TV-Sender erklären die beiden, dass sich die Tochter nach einem Flirt mit einem 20-jährigen Mann stark verändert habe. Bereits im Juni 2019 habe das Mädchen den älteren Jungen kennengelernt, die Eltern hätten jedoch erst im November 2019 von der Beziehung erfahren. Kurz darauf habe sich das Mädchen in der Schule verschlechtert, etwa zehn Kilogramm Gewicht habe sie verloren. Wie die Eltern gegenüber RTL weiter berichten, hätten Freunde dem Teenager dazu geraten, die Beziehung zu beenden. Doch sie habe lieber ihre sozialen Kontakte abgebrochen.

Wird das Mädchen in Bremen festgehalten?

Wie das Paar in dem Interview weiter erklärt, habe der junge Mann ihre Tochter innerhalb der Beziehung regelrecht terrorisiert. Ein „Kontrollfreak“ sei er gewesen, das Mädchen sei psychisch unter Druck gesetzt worden. Aus diesem Grund hätten die Eltern dem 20-Jährigen den Kontakt zu ihrer Tochter verboten, er habe auch das Haus nicht mehr betreten dürfen. Ihre Tochter habe trotz allem den Kontakt zu den Eltern gehalten, auch in der Nacht vor ihrem Verschwinden. In der Nacht habe sie sogar ihre Mutter zu sich gerufen, diese habe dann bei ihrer Tochter geschlafen. „Ich habe gespürt, dass mit meiner Tochter etwas nicht stimmt. Dass sie psychisch richtig fertig ist. Wir waren auch selber schon sehr angegriffen“, verdeutlicht die Mutter des Mädchens.

Eltern bezeichnen Freund der Tochter als „Psychopath“

Die Mutter bezeichnet den Freund ihrer Tochter sogar als „Psychopath“. Ihre Tochter habe ohne seine Erlaubnis nicht das Haus verlassen dürfen, oft hätten sich beide gestritten. Der 20-Jährige habe ihr auch vorgeschrieben, was sie anziehen dürfe. Auch die Eltern seien von dem jungen Mann schikaniert worden. In einem Video, das die Eltern nach dem Verschwinden ihrer Tochter erreichte, macht sich der 20-Jährige sogar über die Situation lustig. „Wundert euch nicht, wenn ihr eure Tochter nicht findet, Digga. Vielleicht ist sie auch schon tot. Ich lach mich darüber schlapp“, soll der Freund ihrer Tochter in dem Video sogar gelacht haben.

Wird das Mädchen gegen seinen Willen festgehalten?

Auch aus diesem Grund sind sich die Eltern sicher: Ihre Tochter wird von dem jungen Mann versteckt. Sollte ihre Tochter am Anfang noch freiwillig zu dem 20-Jährigen gegangen sein, habe sich das zwischenzeitlich sicherlich geändert. Ein Privatdetektiv soll die Eltern nun bei der Suche nach ihrer Tochter unterstützten. Geht es nach den Eltern, habe die Polizei bislang nämlich zu wenig unternommen.

Der Leiter des Kriminalkommissariats, Gerhard Zenk, erklärt gegenüber RTL jedoch, dass bislang nichts auf eine Gefahrenlage hindeuten würden. Ermittler würden aus diesem Grund davon ausgehen, dass das Mädchen freiwillig bei seinem Freund sei. Doch trotzdem werde weiter ermittelt, so Zenk. Das Haus des Freundes und seiner Familie sei bereits wiederholt überprüft worden, hierbei hätten sich jedoch keine Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mädchens ergeben.

Kriminalkommissar äußert weitere Details

Es müsse laut Zenk davon ausgegangen werden, dass sich das Mädchen eventuell bis zu seinem 18. Geburtstag versteckt halten will. Gespräche mit dem Freund des Mädchens und dessen Familie hätten jedoch zu keinem Ergebnis geführt. Der 20-Jährige soll demnach leugnen, etwas mit dem Verschwinden der 16-Jährigen zu tun zu haben. „Das Video ist ein Aushängeschild für die Persönlichkeit des Freundes“, erklärt Zenk gegenüber RTL. Demnach habe er Verständnis für die Situation der Eltern. Doch der Leiter des Kriminalkommissariats sagt auch: „Wir können diese Wohnung nicht rund um die Uhr überwachen.“

Währenddessen ermittelt die Polizei Kaiserslautern. Passanten entdecken eine Leiche. Der Fund der Toten stellt die Polizei vor ein Rätsel. Die Frau wurde Opfer eines Verbrechens, doch ihre Identität ist unklar.

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