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Sonderangebote verwirren Kunden: „Wie traut sich Kaufland, so was zu machen?“

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Von: Momir Takac

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Kaufland preist ein Sonderangebot über zwei Cent groß an.
Kaufland preist ein Sonderangebot über zwei Cent groß an. © Twitter.com/Screenshot

Supermarkt-Kunden ärgern sich im Netz über vermeintlich lächerliche Sonderangebote. Dahinter steckt die neue Verordnung zu Preisangaben.

München – Rabatte und Sonderangebote können in Zeiten steigender Lebensmittelpreise und Inflation beim Wocheneinkauf den Unterschied machen. Ist ein Produkt 50 Prozent billiger im Vergleich zum Normalpreis, merkt man das durchaus im Geldbeutel.

Im Netz tauchen immer wieder Fotos von lächerlich anmutenden Rabatten auf. Bei Lidl etwa wurde ein Rabatt von einem Cent für eine Red-Bull-Dose groß angepriesen, und auch bei Kaufland hängen große Tafeln im Laden, die geringfügige Angebote signalisieren.

Zwei Cent Rabattangebot für Schokolade: „Wie kann das real sein?“

Bei den Kunden kommt diese Preisgestaltung nicht gut an. Eine Twitter-Userin etwa schreibt neben ein Foto, das einen Zwei-Cent-Rabatt für Schokolade zeigt: „Wie kann das real sein, wie traut sich Kaufland sowas zu machen“. Ein anderer machte ebenfalls bei Kaufland eine ähnliche Entdeckung. Einen Joghurt gab es statt für 30 für 29 Cent. „Jetzt nur bei Kaufland – So viel sparen wie noch nie zuvor“, lautete der ironische Kommentar.

Nun könnte man sagen, dass man immerhin drei Prozent spart, letztlich ist es in dem Fall aber eben nur ein Cent. Kann das wirklich ein Angebot sein? Ja, es entspricht der neuesten Gesetzgebung. Den Hinweis auf das „neue Gesetz zu Rabatten“ liefert der Kaufland-Kunde selbst.

Neue Preisverordnung schuld für mickrige Rabatte

Seit 28. Mai 2022 ist die neue Preisangabenverodnung in Kraft. Darin ist geregelt, dass Händler den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage als Referenzpreis angeben müssen. Der Grundpreis darf nur noch einheitlich pro einem Kilogramm oder einem Liter angegeben werden.

Im Fall des vergünstigten Joghurts heißt das: In den 30 Tagen vor dem neuen Angebot kostete er irgendwann 30 Cent. Dieser Preis wird der Berechnung zugrunde gelegt. Was Kaufland normalerweise für den Joghurt verlangt, geht aus dem Preisschild nicht hervor. In einem anderen Fall war Kaufland selbst verwundert über ein Missgeschick bei der Preisgestaltung. (mt)

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