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Verzweifelte Suche nach Michelle

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Die achtjährige Michelle kam bisher nicht zu Hause an.
Die achtjährige Michelle kam bisher nicht zu Hause an. © dpa

Leipzig - Noch hoffen sie – die Eltern von Michelle S. (8) und ihre beiden Brüder, der eine älter, der andere jünger als die geliebte Schwester.

Doch mit jeder Minute, die ohne eine erlösende Nachricht verstreicht, wird die Verzweiflung der Familie größer. Seit Montag Nachmittag ist das Mädchen aus dem Leipziger Stadtteil Reudnitz spurlos verschwunden. Inzwischen sucht die Polizei mit einer Hundertschaft die Umgebung in immer größeren Kreisen ab, befragt Nachbarn, setzt Reiterstaffeln, Spürhunde, Hubschrauber ein. Bisher ist alles vergeblich.

„Michelle war so zuverlässig“, berichten die Eltern den Ermittlern. Sie können sich nicht vorstellen, dass ihr Schatz nach dem Hortbesuch im Rahmen der „Ferienspiele“ (eine Kinderbetreuung während der Urlaubszeit) auf eigene Faust weggerannt sei. Michelle läuft ja täglich die zehnminütige Strecke zur Grundschule – und wieder zurück nach Hause. Am Montag hat sie „die ersten Meter des Heimwegs zusammen mit einer Freundin zurückgelegt“, so ein Polizeisprecher. Was ist nur passiert, nachdem sich die Schulkinder verabschiedeten?

Beamte verteilen Flugblätter, überprüfen Familienangehörige, gehen jedem Hinweis aus der Bevölkerung nach. Video-Aufzeichnungen aus Bussen und Straßenbahnen werden mühsam ausgewertet. In ganz Leipzig werden Erinnerungen wach: an die Bilder, die vor eineinhalb Jahren den kleinen Mitja (9) in der Tram zeigten – lachend neben seinem späteren Vergewaltiger und Mörder Uwe K. (44), einem damals schon vorbestraften Sex-Täter. Er hatte Mitja auf dem Heimweg abgefangen. Ganz Leipzig hofft, dass Michelles Geschichte anders ausgeht…

Quelle: tz

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