White Island in Neuseeland

Fast ein Jahr nach Vulkan-Katastrophe: Neuseeland bestätigt Tod eines deutschen Touristen

Der Vulkan auf der Insel White Island während des Ausbruchs im Dezember 2019.
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Die Insel White Island ist mit ihrem Vulkan zu einem gefährlichen Tourismus-Hotspot geworden.

Fast ein Jahr nach dem verheerenden Vulkanausbruch in Neuseeland, bei dem mehrere Touristen umgekommen sind, wurde der Tod eines weiteren Deutschen bekannt.

  • Auf der neuseeländischen Insel White Island kam es im Dezember 2019 zu einem Vulkanausbruch.
  • Zu dem Zeitpunkt waren einige Touristen unmittelbar vor Ort.
  • Nun, fast ein Jahr später, wurde der Tod eines deutschen Touristen öffentlich bestätigt.

München - Der Vulkanausbruch auf White Island in Neuseeland kommt nun auf 22 Todesopfer. Fast ein Jahr nach der Umweltkatastrophe am 9. Dezember 2019 wurde die Zahl um ein weiteres Menschenleben aufgestockt. Wie die neuseeländische Polizei am Donnerstag mitteilte, ist ein 64-jähriger Mann aus Deutschland bereits am 2. Juli in einem „ausländischen Krankenhaus“ an seinen Verletzungen gestorben.

Während der Behandlung seiner körperlichen Schäden hätte es Komplikationen gegeben. Die Frau des Opfers hat der örtlichen Polizei gegenüber ein Statement abgegeben: „Unsere Leben haben sich geändert. Es ist unglaublich, wie viele Monate mein fröhlicher, einfühlsamer und starker Ehemann um sein Leben gekämpft hat. Ich bin dankbar für jeden, der an uns gedacht hat und uns während dieser schweren Zeit geholfen hat. Er hat diesen Kampf verloren und ist im Juli seine letzte Reise angetreten.“

Behörden: Bestätigung des Todes kam „so schnell wie praktisch möglich“

Der Verlust sei für die Angehörigen und Freunde nicht zu ersetzen. „In Gedenken an ein erfülltes und aufregendes Leben. Ich werde dich für immer vermissen.“ Die Bestätigung des Todes sei laut den Behörden „so schnell wie praktisch möglich“ erfolgt. Laut Spiegel habe ein Rechtsmediziner zunächst festgestellt, dass der Tod auf die während der Tragödie erlittenen Verletzungen zurückzuführen sei.

Als es Ende 2019 zu dem Ausbruch des Vulkans „Whakaari“, so wird er genannt, kam, befanden sich 47 Touristen auf einer Sightseeingtour auf White Island, das vor der Ostküste Neuseelands liegt. Neben den Todesfällen erlitten einige weitere Menschen vor Ort Verletzungen, meist Verbrennungen. Laut der Premierministerin Jacinda Ardern, die damals von einer „verheerenden Katastrophe“ sprach, waren darunter Reisende aus den USA, China, Malaysia und Deutschland.

Vulkanausbruch auf White Island: Insel wird jährlich von 10.000 Menschen besucht

Wie der Spiegel damals unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtete, kamen mindestens vier der Verletzten aus Deutschland. Darunter wohl der nun Verstorbene. Die meisten Touristen waren damals im Zuge eines Tagesausflugs des Kreuzfahrtschiffs „Ovations of the Seas“ unterwegs. White Island wird zwar jährlich von circa 10.000 Menschen per Boot besucht, jedoch wurde nach dem Ausbruch die Debatte angeregt, ob die Verluste nicht hätten verhindert werden können.

„Wir wissen, dass es größere Fragen geben wird. Diese Fragen müssen gestellt und beantwortet werden“, so Ardern damals. Whakaari gilt nicht umsonst als gefährlichster Vulkan Neuseelands. Dabei liegt das Land auf dem „Pazifischen Feuerring“, der geologisch aktivsten Tone der Erde. Der letzte größere Ausbruch vor dem letzten Dezember war 2016, damals wurde jedoch kein Mensch verletzt.

Laut dem Chef des Tourveranstalters „White Island Tours“ hätte es keine Warnung gegeben, die Insel nicht mehr zu besuchen. Das sagte Paul Quinn gegenüber dem örtlichen Rundfunksender „Radio New Zealand“. Auch in der deutschen Eifel befindet sich noch ein aktiver Vulkan - US-Forscher haben dort laut Merkur.de* erst kürzlich erstaunliche Studien veröffentlicht. Zuletzt kam es auf Sumatra zu einem Ausbruch mit gigantischer Rauchwolke. (ta) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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