Bergsteiger-Unglück auf Philippinen

Vier Deutsche sterben bei Vulkanausbruch

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Aus dem Mayon-Vulkan auf den Philippinen steigt eine dicke Rauchwolke gen Himmel

Manila - Der berühmteste Vulkan der Philippinen hat eine Bergsteiger-Gruppe mit einem Ausbruch überrascht. Der Mayon spie wohnzimmergroße Gesteinsbrocken. Fünf Menschen - darunter drei Deutsche - kamen ums Leben.

Bei einer gewaltigen Explosion des Vulkans Mayon auf den Philippinen sind am Dienstag drei deutsche Bergsteiger im Alter zwischen 22 und 35 Jahren ums Leben gekommen. Unter den Opfern waren zudem eine in Deutschland lebende Spanierin und ein heimischer Bergführer.

Die Gruppe mit zwei Frauen und zwei Männern sowie einer Österreicherin war beim Abstieg vom knapp 2500 hohen Gipfel, als sich die Explosion ereignete, berichtete der Veranstalter, der die Bergtour arrangiert hatte. Die Österreicherin wurde leicht verletzt, ebenso elf weitere Bergsteiger. Eine der deutschen Frauen kam laut Pass aus Freiburg im Breisgau.

Der Gouverneur der Provinz Albay bestätigte, das auch das vierte zunächst nicht identifizierte Opfer deutsch war. Insgesamt waren an den Hängen 27 Bergsteiger unterwegs.

Bergführer: Gesteinsbrocken "so groß wie Wohnzimmer"

„Sie waren etwa einen halben Kilometer vom Gipfel entfernt“, berichtete Tourveranstalter Marti Calleja der Nachrichtenagentur dpa. „Die Gesteinsbrocken sind auf sie niedergegangen. Nach den Berichten, die wir bekommen, sind die Opfer von den Gesteinsbrocken erschlagen worden. Die, die überlebt haben, hatten sehr viel Glück.“

Bergführer Kenneth Jesalva sagte dem Fernsehsender ABS-CBN per Handy, die Gruppe habe die Nacht in der Nähe des Kraters verbracht und sei am Morgen von der Eruption überrascht worden. Der Vulkan habe Gesteinsbrocken „so groß wie Wohnzimmer“ ausgespien. „Die Verletzten sind alle Ausländer. Sie konnten nicht mehr laufen“, so Jesalva weiter.

Er sei zum Basislager zurückgerannt, um Hilfe zu rufen. Umherfliegende Felsbrocken hätten Mitgleider seiner Gruppe tödlich getroffen oder verletzt. Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Albay, Joey Salceda, wurden sieben Menschen verletzt. Es hätten rund 20 Bergsteiger und Bergführer zu der Gruppe gehört.

Salceda sagte, Rettungstrupps und Hubschrauber seien auf den Vulkan geschickt worden, um nach den Bergsteigern und Bergführern zu suchen. Nach der Eruption beruhigte sich der Mayon wieder, der Himmel klarte auf.

Eruption nach drei Jahren Ruhe

Der 340 Kilometer südöstlich von Manila gelegene Vulkan gehört zu einem der aktivsten der Philippinen und gilt wegen seines fast perfekt symmetrischen Kegels als Touristenattraktion. Drei Jahre lang war er nicht ausgebrochen. 2010 wurden Tausende von Anwohnern evakuiert, als der Vulkan Asche bis zu acht Kilometer vom Krater entfernt regnen ließ.

Der Berg lag am Dienstag unter blauem Himmel. Nichts deutete am Morgen auf das bevorstehende Unglück hin. Der Leiter des Philippinischen Instituts für Vulkanologie und Seismologie, Renato Solidum, sagte, eine Eruption wie am Dienstagmorgen, eine sogenannte phreatische oder Dampfgasexplosion, sei normal für den Mayon. Dabei verdampft erhitztes Wasser und sprengt sich zum Entweichen einen Weg durch das Gestein. Die Alarmstufe werde nicht erhöht und es seien keine Evakuierungen geplant.

AP/dpa

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