Feuer 100 Meter vor Bergdorf gestoppt

Waldbrand vor Tourismus-Ort in Dalmatien: Betroffene berichten

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Waldbrand an der Riveria Makarska in Dalmatien über Tucepi. Bis in die Abendstunden fliegen die Löschflugzeuge den Brandherd immer wieder an.

In Kroatien ist es an der dalmatinischen Riviera zu einem schweren Waldbrand gekommen. Anwohner wurden evakuiert.

Makarska/Tucepi - Die ersten Bewohner und Touristen bemerken das Feuer bereits in der Nacht auf Montag. In der Macchia oberhalb des eigentlich idyllischen Küstenortes Tucepi in Mitteldalmatien brach ein Buschfeuer aus, das sich schnell zu einem gefährlichen Waldbrand entwickelte (siehe Karte unten). In den frühen Morgenstunden wurden mehrere Hotels des Badeortes Tucepi evakuiert. Die Feuerwehr - mit laut dem Onlineportal coratiaweek rund 200 Einsatzkräften - konnten ein Übergreifen der Flammen auf den bekannten Touristenort gerade noch verhindern.

Doch damit war die Gefahr noch nicht gebannt. Aufgrund eines örtlichen Wetterphänomens verbreiteten sich die Flammen rasend schnell weiter die Küste entlang. Die so genannte Bura, ein Fallwind, der mit hoher Geschwindigkeit die Hänge des Biokovo-Gebirges hinuntersaust, wirkte wie ein Brandbeschleuniger in dem ohnehin hoffnungslos ausgetrockneten Buschwald. Die Flammen bereiteten sich daher weiter aus. Die Helfer mussten hilflos zusehen, wie sie sich auf die beiden Bergdörfer Gornja Tucepi und Kotisina (ein Ortsteil von Makarska) zubewegten. 

Ein Anwohner filmt das Feuer vor Tucepi

Die Dörfer wurden ebenfalls bei Tagesanbruch evakuiert. Und das aus gutem Grund. Albert Josipovic (75) aus Kotisina musste noch mit ansehen, wie sich die Flammen bereits 100 Meter seinem Haus näherten, bevor man ihn abholte. „Ich habe an mein Herz gedacht“, sagt er unserer Redaktion, „und habe versucht, mich nicht aufzuregen, trotz allem.“ Die allein stehende Villa war dem Brandherd am nächsten. 

Von Makarska aus mussten Josipovic und seine Nachbarn bangen, ob die angeforderten Löschflugzeuge vom Typ Canadair CL-415 die Flammen rechtzeitig unter Kontrolle bringen. 

Sie schafften es. Bis in den Abend hinein flogen sie immer wieder vom Meer über die qualmenden Hänge. Das Feuer ist inzwischen unter Kontrolle - 100 Meter vor Josipovics Haus. Eine Rettung in letzter Sekunde. Auch die Touristen an der Küste durften inzwischen wieder in ihre Hotels zurück. Die Brandursache ist noch völlig unklar. Bisher wird von den Behörden in alle Richtungen ermittelt. Bereits am Vortag hatte es ein ähnliches Feuer in Podgora, einige Kilometer weiter südlich an der Küste, gegeben. 

Über Tucepi werden die Hundertschaften an Feuerwehr-Kräften noch bis spät in den Abend hinein gegen die letzten Brandherde kämpfen. Doch die Gefahr ist erstmal gebannt.

kmm

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