Warum alle Mädchen Prinzessinnen lieben und Jungen lieber Superheld spielen

+
Mädchen schlüpfen nicht nur zu Karneval gern in das Kostüm einer Prinzessin.

Kinder lieben Rollenspiele. Doch während Mädchen davon träumen, nur einmal in ihrem Leben Prinzessin zu sein, bewundern Jungen echte Kerle mit übernatürlichen Kräften wie Superman, Batman oder Green Lantern.

Alles eine Frage der Erziehung?

Eltern drängen ihre Kinder heute nicht mehr in althergebrachte Rollenbilder. Der moderne Erziehungsstil orientiert sich stark an den Bedürfnissen der Kinder und stellt deren Vorlieben und Interessen in den Vordergrund. Das besagt die Allensbach-Studie „Monitor Familienleben 2011“. Trotzdem schaffen sich Jungen und Mädchen geschlechtertypische Welten.

Zwischen zwei und drei Jahren entdecken Kinder, dass es zwei Geschlechter gibt und ordnen sich selbst ein. Kleine Mädchen probieren dann Mamas hochhackige Schuhe an, schminken sich mit Lippenstift oder verkleiden sich als Prinzessin. Jungs schlüpfen lieber in Rollen wie Cowboy, Pirat oder Superheld. Das mag klischeehaft wirken, doch genau dadurch identifizieren sich Kinder. In diesem Alter glauben sie noch, ein Mädchen ist nur deswegen ein Mädchen, weil es rosa Kleider trägt und lange Haare hat.

Typisch Mädchen, typisch Junge

Typisches Geschlechterverhalten ist weder angeboren noch anerzogen. Vielmehr beeinflussten sich genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse gegenseitig. Zu den prägenden Umweltfaktoren zählen im Kindes- und Jugendalter hauptsächlich Freunde des gleichen Geschlechts. Vor allem Jungen setzen sich unter Druck. Sie wollen ihren Altersgenossen ihre Härte und Überlegenheit beweisen - auch durch ihr Spielzeug.

Mädchen lieben es, in die Rolle der Königstochter zu schlüpfen. Die Marktforschung des Disney-Konzerns hat zwei Phasen entdeckt: Zunächst träumen Mädchen einfach nur davon, Prinzessin zu sein. Später suchen sie sich bewusst Figuren, mit denen sie sich identifizieren können und schauen sich bewunderte Eigenschaften von ihren Idolen ab. Disney bietet deshalb für jedes Mädchen eine passende Prinzessinnen-Figur. Im Jahr 2009 erschien aus diesem Grund erstmals die dunkelhäutige Prinzessin Tiana in dem Märchenfilm „Küss den Frosch“.

Mit Rollenspielen die Welt entdecken

Rollenspiele sind kindgerecht, egal ob als Prinzessin oder Superheld. Letztlich kommt es darauf an, wie viel Raum für Kreativität bleibt. Im Rollenspiel lernt das Kind, sich in andere hineinzuversetzen. Es nimmt verschiedene Sichtweisen ein und lernt, die Welt auch "mit anderen Augen" zu sehen. Zudem trainieren die Kleinen ihre Sprach- und Ausdrucksfähigkeit.

Farbenlehre

Spielzeugabteilungen folgen dieser strikten Geschlechtertrennung. Schon durch die Farbe unterscheidet sich das Spielzeug für Mädchen und Jungen: Befinden sich die Modelleisenbahnen und Autos, die Monster und Dinosaurier, die Fußballspieler und Actionhelden zum Beispiel in blauen oder grünen Schachteln, so taucht der Besucher der Puppenabteilung ein in ein glitzerndes Meer aus Rosa, Pink und Lila.

Rosa für Mädchen, Blau für Jungen - so kennt man es seit der Wiege auf. Dabei galt dieser Code nicht immer: Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es umgekehrt. Rot wurde mit Leidenschaft, Blut und Kampf in Verbindung gebracht und galt als männliche Farbe. Blau hingegen war die Farbe der Jungfrau Maria und somit weiblich. Die blassen, helleren Versionen der Ausgangsfarben Rosa und Hellblau waren für den Nachwuchs bestimmt. Ein Wechsel dieser Farbverteilung fand angeblich erst statt, als mit der Industrialisierung Männer zunehmend in blauer Arbeitskleidung auftauchten.

auch interessant

Meistgelesen

Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer
Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer
Bomben-Alarm: Eurowings-Flieger nach Köln evakuiert
Bomben-Alarm: Eurowings-Flieger nach Köln evakuiert
Pilotenfehler soll zu Absturz geführt haben
Pilotenfehler soll zu Absturz geführt haben
Zwei Tote nach Geisterfahrer-Unfall
Zwei Tote nach Geisterfahrer-Unfall

Kommentare