Er schoss völlig wahllos um sich

FBI: Marine-Killer machte "Jagd auf Menschen"

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Die Polizei steht vor der Wohnung von Cathleen Alexis, der Mutter des Todesschützen Aaron Alexis

Washington - Der Todesschütze von Washington, der auf einer Marinebasis zwölf Menschen erschossen hat, hat laut FBI "Jagd auf Menschen" gemacht. Erstmals verrieten die Ermittler Details zur Tat:

Der Todesschütze von Washington hat nach FBI-Angaben willkürlich Jagd auf seine Opfer gemacht. Der 34-jährige Aaron Alexis sei mit einer abgesägten Schrotflinte durch die Flure auf einer Marinebasis gestreift und habe wahllos auf Menschen gefeuert, sagte FBI-Chef James Comey am Donnerstag in Washington. Nach einem Zeitungsbericht vom Freitag könnten Probleme am Arbeitsplatz den Anlass zu dem Blutbad gegeben haben.

Alexis hatte am Montag zwölf Menschen erschossen und war dann bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Bei der Pressekonferenz schilderte die Bundespolizei erstmals den Ablauf. Die Angaben des FBI basieren vor allem auf Aufnahmen von Überwachungskameras im Gebäude 197 des Kommando- und Verwaltungszentrums der Marine in der US-Hauptstadt.

"Kein erkennbares Muster" bei den Schüssen

Alexis sei mit dem Auto auf den Stützpunkt gefahren und dann mit einer Tasche in der Hand auf einer Toilette im dritten Stockwerk des Bürogebäudes verschwunden. Um kurz nach acht Uhr morgens sei er dann mit einer abgesägten Schrotflinte der Marke Remington 870 wieder auf dem Flur erschienen und habe auf jeden geschossen, der in seinem Weg gestanden habe.

Bei den Schüssen habe es "kein erkennbares Muster" gegeben, sagte Comey. "Mir scheint es, als sei er die Flure entlang gestreift wie auf der Jagd auf Menschen." Nach dem Blutbad im dritten und zweiten Stock sei der Marine-Reservist ins Erdgeschoss gestürmt, wo er einen Wachmann erschossen und dessen halbautomatische Beretta-Pistole an sich genommen habe.

Die Menschen im Gebäude hätten verzweifelt nach Schutz gesucht

Anschließend kehrte Alexis in die oberen Stockwerke zurück, schoss seine Schrotflinte leer und setzte den Amoklauf mit der Pistole des getöteten Wachmannes fort. Die Menschen im Gebäude hätten verzweifelt nach Schutz gesucht, "sie rannten überall hin, um sich in Sicherheit zu bringen", sagte Comey. Die Polizei habe den Schützen schließlich nach etwa 30 Minuten in die Enge getrieben und "offensichtlich am Tatort getötet".

Nach einem Bericht der "Washington Post" könnten Probleme am Arbeitsplatz Alexis zu dem Amoklauf getrieben haben. Ermittler gingen dieser Möglichkeit nach, schrieb das Blatt. "Er hat keinen guten Job gemacht, und jemand hat ihm gesagt, dass es ein Problem gibt", zitierte die Zeitung einen Polizeivertreter. Alexis habe den Amoklauf auf dem Stock begonnen, auf dem er gearbeitet habe. Das FBI machte bislang keine Angaben zum Motiv.

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Alexis soll Medienberichten zufolge unter psychischen Störungen gelitten und Stimmen gehört haben. In der Vergangenheit fiel er mehrfach auf, weil er seine Aggressionen nicht unter Kontrolle halten konnte. Bei der Polizei war er wegen Zwischenfällen mit Schusswaffen aktenkundig. Während seiner Zeit in der Marine belangte das Militär ihn wegen verschiedener Vergehen.

Trotz seiner problematischen Vorgeschichte hatte Alexis als Mitarbeiter einer Firma, die für die Marine die Computerausstattung erneuern sollte, Zugang zu militärischen Einrichtungen. Das Pentagon kündigte nach dem Amoklauf an, die Sicherheitsstandards auf allen Stützpunkten weltweit unter die Lupe zu nehmen. Am Sonntag ist in Washington eine Trauerfeier für die Opfer geplant.

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AFP

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