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Satellitenbilder zeigen: Hitzewelle lässt den ersten See in Österreich verdunsten

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Von: Yasina Hipp

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Nicht nur Deutschland leidet aktuell unter großer Hitze. Auch im Nachbarland Österreich erreichen die Temperaturen Höchstwerte und lassen einen See verdunsten.

Zicksee - Waldbrände, Wüstenluft und Wassermangel: Ganz Europa erlebt derzeit eine extreme Hitzewelle. In den südlichen Ländern ist die Lage besonders ernst. In Italien haben die Behörden bereits zum Wassersparen aufgerufen, erste Brunnen wurden abgestellt. Aber auch für Bayern hat der Deutsche Wetterdienst bereits eine Warnung herausgegeben. Und im Nachbarland Österreich ist die Situation auch nicht entspannter. Besonders eindrücklich zeigen sich die Folgen der wochenlangen Hitze jetzt an Satellitenbildern des Zicksees. Der kleine See, etwa 70 Kilometer südöstlich von Wien, an der Grenze zu Ungarn, ist nahezu komplett ausgetrocknet.

Der österreichische Zicksee
Am 1. Juni war der österreichische Zicksee noch mit Wasser gefüllt. © Sentinel Hub/ESA-Sentinel 2

Österreich: Zicksee in wenigen Wochen verdunstet

Das Satelliten-Paar Sentinel-2 liefert die beeindruckenden aber auch sehr beängstigenden Fotos aus der Vogelperspektive. Diese lassen erkennen, dass der Zicksee im österreichischen Burgenland Anfang Juni 2022 noch normal voll mit Wasser gefüllt war. Davon ist auf den Fotos vom 24. Juli nicht mehr viel zu sehen, im Gegenteil: der komplette Boden des Sees ist zu erkennen. Nach Angaben des österreichischen Online-Magazins heute.at sind Helfer seit Tagen damit beschäftigt, die noch lebenden Fische und Tiere aus der Sandwüste zu retten. Die Fische sollen in umliegende tiefere Teiche umgesiedelt werden, heute.at beschreibt die Situation allerdings bereits als ein „Massensterben“.

Zicksee in Österreich
Nur etwa sieben Wochen später, am 24. Juli, ist nur noch der Seeboden erkennbar. © Sentinel Hub/ESA-Sentinel 2

Österreich: Weitere Seen in Gefahr

Nicht nur am Zicksee ist die Lage angespannt. Auch der um einiges größere Neusiedler-See, nur wenige Kilometer westlich des Zicksees, verliert Wasser. In nur sechs Wochen ist dort der Wasserstand offenbar um 20 Zentimeter auf einen historischen Tiefststand gesunken. ORF-Meteorologe Daniel Schrott nennt sogar konkrete Zahlen: „Damit hat der See 60 Milliarden Liter Wasser verloren.“ Noch ist für die Fische genug Wasser im See, allerdings wird die Lage immer prekärer. Besserung ist nämlich nicht wirklich in Sicht. Zwar werden die kommenden Tage, wegen einer Kaltfront, auch in Österreich wieder etwas kühler, der zu erwartende Regen wird aber nicht ausreichen, um die Wasserstände wieder deutlicher anzuheben.

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