Weiteres Loveparade-Opfer gestorben - 21 Tote

Duisburg - Die Zahl der Todesopfer nach der Massenpanik bei der Duisburger Loveparade hat sich auf 21 erhöht. Ein Opfer ist seinen Verletzungen erlegen.

Vier Tage nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg hat sich die Zahl der Todesopfer auf 21 erhöht. In der Nacht zu Mittwoch sei noch eine 25-jährige Frau aus dem nordrhein-westfälischen Heiligenhaus (Kreis Mettmann) gestorben, die die Musikparty besucht habe, sagte ein Sprecher der Duisburger Staatsanwaltschaft. Die Todesursache werde derzeit noch untersucht.

Lesen Sie auch:

Loveparade: Verantwortliche schieben Schuld hin und her

Morddrohungen: Trauerfeier wohl ohne Duisburgs OB

Loveparade: Daran starben die Opfer

Polizei weist Kritik nach Loveparade-Tragödie zurück

Damit hat die Massenpanik bei der Loveparade am Samstag inzwischen 13 Frauen und acht Männer das Leben gekostet. Über 500 Menschen wurden verletzt. Am Samstag soll es in der Duisburger Salvatorkirche eine zentrale Trauerfeier geben, an der unter anderem Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen wollen. Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) verzichtet dagegen auf eine Teilnahme. Er wird von vielen Menschen für die Tragödie verantwortlich gemacht und soll bereits Morddrohungen erhalten haben.

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Die Trauer manifestiert sich auf vielerlei Art: Am Unglückort, dem etwa 100 Meter langen Tunnel, hat jemand ein Kreuz und einen Grabstein aus Eis aufgestellt. © dpa
Um das Kunstwerk herum wächst ein Meer aus Kerzen und Blumen. © dpa
Noch in der Nacht nach der Massenpanik kamen die ersten Trauernden, um Kerzen aufzustellen. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Inmitten der Lichter findet man immer wieder persönliche Botschaften. © dpa
Auch die Wut und der Zorn der Trauernden findet Platz auf Plakaten zwischen Blumen und Kerzen. © dpa
Für viele ist der Tunnel Ort für persönliche Trauer und kurzes Innehalten. © dpa
Auf einem Plakat können Trauernde unterschreiben und kurze Botschaften hinterlassen. © dpa
Ein Mädchen nutzt diese Möglichkeit. © dpa
Die Trauernden suchen Halt untereinander. © dpa
Manche verweilen im Gebet. © dpa
Andere lassen ihren Tränen freien lauf. © dpa
Auch im Regen harren sie noch vor den Blumen und Kerzen aus. © dpa
Die Stadt Duisburg hat ein Kondolenzbuch zur Verfügung gestellt. © dpa
Loveparade
Warum? © dpa
Loveparade
Das ist die meistgestellte Frage auf den handgeschriebenen Zetteln. © dpa
Loveparade
Vor dem Tunnel, der zur Todesfalle wurde: Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Ein junger Mann nimmt Plakate ab, die für Veranstaltungen der Loveparade werben. © dpa
Loveparade
Anwohner haben am Sonntagmorgen vor der Einfahrt zum Gelände der Loveparade Kerzen in die Fenster gestellt. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa
Loveparade
Trauer um die Toten der Loveparade. © dpa

Nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung“ macht die nordrhein-westfälische Landesregierung den Veranstalter für die Katastrophe verantwortlich. Demnach soll sich die Lopavent GmbH um den Fitnessunternehmer Rainer Schaller mehrfach über Bedenken der Behörden hinweggesetzt haben. Innenminister Ralf Jäger (SPD) wollte seine Einschätzungen dazu am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz erläutern. Dem Zeitungsbericht zufolge sind Sicherheitsbehörden zu der Auffassung gekommen, dass der Veranstalter in seinem Sicherheitskonzept von völlig falschen Berechnungen ausging, wie sich die Besucherströme auf dem Festivalgelände verteilen würden.

Die vorläufige Ursachenanalyse der Behörden kommt demnach zu dem Schluss, dass sich die Besucher nach Betreten des Festivalgeländes nicht wie vom Veranstalter erwartet schnell von der Zugangsrampe entfernt und auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofes verteilt haben. Vielmehr sei es im Eingangsbereich zu einem Stau gekommen, der den Druck auf die nachströmenden Gäste weitergegeben habe.

Veranstalter stellte angeblich zu wenig Ordner

Laut dem Zeitungsbericht hatte die Polizei den Veranstalter zuvor auf diese Problematik hingewiesen. Dieser habe jedoch lediglich geantwortet, es werde alles reibungslos ablaufen. Zudem habe es auch zu wenig Ordner gegeben, die den Stau hätten beseitigen können. Der Veranstalter habe viel weniger eigene Ordnungskräfte eingesetzt als angekündigt, hieß es weiter. Unterdessen wächst auch der Druck auf den Duisburger Oberbürgermeister.

Der “Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet unter Berufung auf Ermittler, nicht nur der Direktor der Berufsfeuerwehr habe Sauerland vor der Loveparade schriftlich seine Sicherheitsbedenken mitgeteilt, sondern auch ranghohe Polizeibeamte. Das Stadtoberhaupt hatte am Dienstag bestritten, vor der Veranstaltung Warnungen erhalten zu haben. Sauerlands Verzicht auf die Teilnahme an der Trauerfeier begründete ein Stadtsprecher in der “Rheinischen Post“ damit, er wolle “die Gefühle der Angehörigen nicht verletzen und mit seiner Anwesenheit nicht provozieren“.

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Viele Besucher der Loveparade können noch gar nicht fassen, was gerade passiert ist. © ap
Loveparade
In diesem Tunnel... © ap
Loveparade
...trafen die Besucher, die das Gelände verließen, auf die,... © dpa
Loveparade
...die gerade angekommen waren, um mitzufeiern.  © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um einen kollabierten Mann. © ap
Loveparade
Eine verletzte Frau wird auf einer Bahre abtransportiert. © dpa
Loveparade
Ein Krankenwagen vor einem Sanitätszelt am Rande des Festgeländes. © dpa
Loveparade
Am Rand des Geländes stehen Krankenwagen und Sanitätszelte. © dpa
Loveparade
Rettungshubschrauber landeten auf der Autobahnbrücke. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade kümmern sich um Verletzte. © ap
Loveparade
Menschen stehen unter Schock, brechen weinend zusammen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Teilnehmer der Loveparade versuchen, das abgesperrte Festival-Gelände zu verlassen. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © ap
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Hilfskräfte versorgen die zahlreichen Verletzten. © dpa
Loveparade
Die Toten wurden mit Laken abgedeckt. © dpa

Der Chef des Kulturhauptstadt-Projekts “Ruhr.2010“, Fritz Pleitgen, nannte im Bayerischen Rundfunk Zeitdruck als mögliche Ursache für das Unglück. Als die Finanzierung endlich gesichert gewesen sei, habe es bis zur Veranstaltung selbst nicht mehr viel Zeit gegeben, um alles zu bedenken. “Das könnte ein Grund sein“, sagte der frühere WDR-Intendant. Zugleich erklärte er, das Kulturhauptstadtprojekt habe sich zwar für die Loveparade eingesetzt, Druck sei aber nicht ausgeübt worden.

dapd

Auch interessant

Meistgelesen

Oops! Junge Frau will Eltern nur schnell ein Urlaubsfoto schicken - da entdeckt ihr Vater ein peinliches Detail
Oops! Junge Frau will Eltern nur schnell ein Urlaubsfoto schicken - da entdeckt ihr Vater ein peinliches Detail
„Ältester Mann der Welt“ stirbt kurz nach seinem Geburtstag - ein Wunsch bleibt unerfüllt
„Ältester Mann der Welt“ stirbt kurz nach seinem Geburtstag - ein Wunsch bleibt unerfüllt
Dieses Foto ist ein Netz-Hit: Doch kaum jemand entdeckt krasses Detail auf den ersten Blick
Dieses Foto ist ein Netz-Hit: Doch kaum jemand entdeckt krasses Detail auf den ersten Blick
„Deutschlands schönste Polizistin“ postet bemerkenswerte Bikini-Fotos - doch der Hintergrund ist ernst
„Deutschlands schönste Polizistin“ postet bemerkenswerte Bikini-Fotos - doch der Hintergrund ist ernst

Kommentare