Neue Coronavirus-Welle

Immunologe aus Fulda: „Offenbar bereit, gewisse Todesrate zu akzeptieren“

Steht jetzt eine zweite große Corona-Welle in Deutschland bevor?
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Steht jetzt eine zweite große Corona-Welle in Deutschland bevor?

Offen spricht Immunologe Professor Dr. Peter M. Kern aus Fulda an, was im Fall einer zweiten Coronavirus-Welle der Konsens von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen als Grenze der Akzeptanz bedeuten würde.

Fulda - „Offenbar sind wir bereit, eine gewisse Infektions- und Todesrate zu akzeptieren“*, schreibt Direktor der Medizinischen Klinik IV am Klinikum Fulda in einem Gastbeitrag für die Fuldaer Zeitung. Kern argumentiert darin für den Fall einer zweiten Corona-Welle: Es kommt aber gar nicht darauf an, ob Abstand wichtiger ist als Maske oder umgekehrt, sondern ob die Kombination der Maßnahmen es ermöglicht, einen erneuten radikalen Shutdown zu vermeiden.

Das wird letztlich an den Infektionszahlen zu entscheiden sein, und hier hat sich – nahezu unberührt von der öffentlichen Diskussion – ein bemerkenswerter, partei- und landesübergreifender Konsens gefunden: 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen wurden als Grenze der Akzeptanz definiert. Hochgerechnet auf ganz Deutschland wären das 6000 Neuinfektionen pro Tag und bei der bisherigen Letalität von 5 Prozent 100.000 Todesopfer pro Jahr! 

Nun wird diese Grenze aber gerade nicht für ganz Deutschland definiert, sondern für je 100.000 Einwohner, eben für einzelne „Infektionssäulen“. Sofortige Reaktionen lokal verhindern die Ausbreitung auf das „Ganze“, also die „Welle“. Dennoch sind wir inzwischen offenbar bereit, eine gewisse Infektions- und damit Todesrate zu akzeptieren. Das ist das wirklich Neue an der zweiten deutschen Welle. *Fuldaer Zeitung.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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