Erfolge im Kampf gegen Hunger, Gewalt und Krankheiten

Die Welt ist besser als es scheint

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München - Es war ein Jahr der schlechten Nachrichten. Doch die tz zeigt handfeste Beispiele, die beweisen: Wir Menschen lernen dazu – und wir haben durchaus Erfolge im Kampf gegen Hunger, Krankheiten und Gewalt.

Es war ein Jahr der schlechten Nachrichten: Der Nahe Osten in Flammen, herzzerreißende Bilder von ertrunkenen Flüchtlings-Kindern, die Terror-Anschläge von Paris… Aber diese dramatischen Ereignisse überlagern die Tatsache, dass es noch nie so vielen Menschen auf der Welt so gut ging wie heute. Es ist Aufgabe von uns Medien, über das Elend und den Hunger auf der Welt, über die Kriege und Katastrophen zu berichten. Doch dabei entsteht schnell eine verzerrte Wahrnehmung – denn die Wirklichkeit ist besser, als es die Politikseiten der Zeitung oder die TV-Nachrichten oft zeigen. Die tz zeigt handfeste Beispiele, die beweisen: Wir Menschen lernen dazu – und wir haben durchaus Erfolge im Kampf gegen Hunger, Krankheiten und Gewalt.

Trotz allem: Menschen friedlicher

Es ist schwer zu glauben angesichts der mehr als 250 000 Todesopfer, die allein der Syrien-Krieg bislang forderte. Doch wendet man den Blick auf die Entwicklung der Menschheit insgesamt, dann zeigt sich: Der Mensch wurde im Lauf der Geschichte immer friedlicher! Der Evolutionspsychologe Steven Pinker, Professor an der US-amerikanischen Harvard-Universität, untersucht die Entwicklung der Gewalt in der Menschheitsgeschichte und kommt zu dem Ergebnis: Die Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg ist trotz zahlreicher Kriege die friedlichste, die die Menschheit je erlebt hat. 15 Prozent der Früh-Menschen starben in Kriegen – im 20. Jahrhundert waren es trotz der Weltkriege nur 3 Prozent. Auch die Gewaltkriminalität ist dank der modernen Zivilisation massiv zurückgedrängt worden: Im mittelalterlichen England war das Risiko, ermordet zu werden, 50 Mal höher als im heutigen England.

Zahl der Hungernden sinkt

Anfang der Neunziger Jahre hungerten noch mehr als eine Milliarde Menschen weltweit. Die Vereinten Nationen erklärten den Kampf gegen den Hunger im Jahr 2000 zu einem ihrer „Milleniumsziele“ – mit ersten Erfolgen! Die Zahl der Hungernden sankt 2015 erstmals unter 800 Millionen, so der Welternährungsbericht.

Grund für die positive Entwicklung seien unter anderem das Wirtschaftswachstum in Ländern wie China und eine produktivere Landwirtschaft. Vom Ziel der UN, die Welt bis 2030 ganz vom Hunger zu befreien, sind wir jedoch noch immer weit entfernt. Nur 72 Länder haben es geschafft, das vor 15 Jahren von den Staats- und Regierungschefs von 189 UN-Mitgliedsstaaten gesetzte Ziel zu erreichen: Die Zahl der chronisch Unterernährten in ihrem Land um die Hälfte zu reduzieren. Insgesamt verringerte sich der Anteil der Unterernährten an der Weltbevölkerung seit 2000 von 18,5 auf 13,1 Prozent. 

Die Hilfsbereitschaft der Deutschen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, würdigte 2015 als das Jahr, „an dem Deutschland über sich hinausgewachsen ist“. Doch nicht nur der bayerische Landesbischof lobte die Hilfsbereitschaft der Deutschen. Auch die New York Times, eine der wichtigsten Zeitungen der USA, rühmte die deutsche Rolle in der Flüchtlingskrise – und kritisierte gleichzeitig die US-Politik, die bislang nur 1900 syrische Flüchtlinge aufgenommen hat.

Die Deutschen hätten die Herausforderung, eine Million Flüchtlinge aufzunehmen, trotz der hohen Kosten akzeptiert. „Das langfristige Ergebnis wird ein stärkeres, vitaleres, dynamischeres Deutschland sein. Abdulfattah Jandali, ein syrischer Einwanderer, war der Vater von Steve Jobs. Vielleicht ist der künftige syrisch-deutsche Jobs gerade eingeschult worden“, so die US-Zeitung.

Müttersterblichkeit fast halbiert

Immer weniger Mütter sterben in der Schwangerschaft, während der Geburt oder in den ersten Wochen danach. Die Müttersterblichkeit habe sich weltweit in den vergangenen 25 Jahren dank vielfältiger Anstrengungen fast halbiert, wie die Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt: Während 1990 noch 532 000 Mütter kurz vor, während oder kurz nach einer Geburt starben, waren es 2015 noch 303 000. Die UN-Organisation WHO will sich mit dieser Verbesserung aber nicht zufrieden geben: „Wir wissen, dass wir diese Todesfälle praktisch beenden können – und das ist das neue Ziel bis 2030“, sagte ein Experte der WHO. Entscheidend seien der Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung sowie verbesserte Hygiene. Die größten Fortschritte gibt es in Ostasien, wo die Sterblichkeitsquote um 72 Prozent sank. Am schlechtesten ist die Situation noch immer in Afrika – etwa in in Eritrea.

Erfolg im Kampf gegen Malaria

Noch im Jahr 2000 tötete der durch Moskitos übertragene Malaria-Erreger mehr als 800 000 Menschen. Vor allem dank der Verteilung von rund einer Milliarde mit Insektiziden behandelter Moskitonetze in besonders stark betroffenen afrikanischen Gebieten konnte die Zahl der Malaria-Toten in diesem Jahr auf 438 000 gesenkt werden. „Seit Beginn dieses Jahrhunderts haben Investitionen in Malariavorsorge und -behandlung mehr als sechs Millionen Todesfälle verhindert“, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Damit wurde das Milleniumsziel der Vereinten Nationen erreicht, die Ausbreitung der Malaria bis 2015 weltweit zu stoppen und den Trend umzukehren. Malaria ist eine der Haupttodesursachen in Entwicklungsländern. Auch der US-Milliardär Bill Gates und seine Frau Melinda engagieren sich mit ihrer Stiftung im Kampf gegen die Krankheit. Fs: afp, dpa

K. Rimpel

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