Prophezeihung aus dem 12. Jahrhundert

Apokalypse: Ist der nächste Papst der letzte?

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Papst Benedikt XVI.: Kommt nach seinem Nachfolger der Weltuntergang? 

Dublin - Die Apokalypse zum Jahreswechsel blieb aus, jetzt soll der nächste Weltuntergang kommen, glauben manche. Sie beziehen sich dabei auf eine alte Prophezeihung aus Irland.

Ein Aufschrei ging um die Welt, als der katholische Oberhirte erklärte, er habe nicht mehr die Kraft, das ihm anvertraute Amt weiter gut zu führen. Eine kleine Gruppe macht sich nicht nur Sorgen um die Gesundheit des Stellvertreters Gottes auf Erden und um die Zukunft der katholischen Kirche. Sie ist sich sicher: Das Ende der Welt ist jetzt ganz nahe!

Diese Weltuntergangs-Fanatiker beziehen sich auf die Prophezeihung der Päpste des heiligen Malachias. Dem irischen Erzbischof von Armagh (1094 - 1148) soll eine Vision alle zukünftigen Päpste offenbart haben. In rätselhaften Sätzen beschrieb er einen nach dem anderen - 112 Päpste insgesamt. Nach dem Ende der Amtszeit des letzten werde "die Stadt auf den sieben Hügeln zerstört und der schreckliche Richter die Menschheit richten", orakelte Malachias.

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Papst Johannes Paul II.

Verschwörungstheoretiker haben einen Zusammenhang zwischen den verklausulierten Phrasen und den Biografien der tatsächlichen Päpste konstruiert - wenn auch zum Teil auf Biegen und Brechen. So spricht der 110. Satz des Malachias, der auf Papst Johannes Paul II.  gemünzt sein soll, von der "Bedrängnis der Sonne" ("de labore solis"). Und siehe da: Sowohl am Tag der Geburt als auch des Todes des 2011 selig gesprochenen katholischen Oberhirten gab es eine Sonnenfinsternis!

Der 111. Satz der Prophezeihung erwähnt Oliven ("Gloria olivae") - eine von einem Deutschen gegründete Benediktinerkongregation ist unter dem Namen "Olivetaner" bekannt. Grund genug für die, die das Ende der Welt kommen sehen wollen, hier Papst Benedikt XVI.  ins Spiel zu bringen.

Kardinal Turkson: Wird er der Nachfolger von Papst Benedikt XVI.?

Der 112. Spruch des Malachias schließlich spricht von einem Papst, der - im Gegensatz zu all seinen Vorgängern seit Hadrian VI. (1522 - 1523) - aus Rom kommt. Als derzeitiger Favorit im Rennen um das höchste Amt der katholischen Kirche gilt Kardinal Peter Turkson. Der stammt zwar gebürtig aus Ghana, aber das ist kein Problem für die Apokalypse-Gläubigen. Schließlich ist der Mann auch Mitglied der römischen Kurie - und die ist immer noch in Rom.

Die Prophezeihungaus dem Jahr 1139 ist dem Vatikan sehr wohl bekannt, auch wenn sie nicht gelehrt wird. Als Privatoffenbarung hat sie Bedeutung, ist aber für Gläubige unverbindlich. Und das ist auch gut so, denn viele Historiker zweifeln an ihrer Echtheit. Wahrscheinlich wurde sie im 16. Jahrhundert erfunden, um einen Kardinal in das höchste Amt der katholischen Kirche zu heben.

Die Apokalyptiker freilich stören sich daran wenig und werden auch eine Erklärung parat haben, sollte Kardinal Turkson nicht der nächste Papst werden.  

hn

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