Dauer-Winter hat uns im Griff

Kaltes Deutschland: Fällt die Erderwärmung aus?

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Von Biergarten-Wetter keine Spur: Ende Februar standen Fußgänger in der Münchner Innenstadt noch im Schnee.

München - Die Erde wird immer wärmer? Von wegen: In München und Augsburg war es im März besonders kalt. Ein Wetterexperte erklärt, warum die Winter wieder frostiger sind.

Vor einigen Jahren prophezeiten uns Klimaschützer und Wetter-Experten: In Deutschland wird es in Zukunft keine richtigen Winter mit Eis und Schnee mehr geben. Ein Blick aus dem Fenster und ihre Erinnerung an die letzten Jahre machen das für viele Deutsche schwer zu glauben. Schnee fällt bis Mitte März, die Temperatur kriecht mit wenigen Ausnahme-Tagen um die Null herum.

Dass die Deutschen mit ihrer Einschätzung des Wetters richtig liegen, bestätigt Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net: "Die Winter sind nachweislich wieder kälter geworden."

Atempause der Klimaerwärmung?

Verglichen mit dem langjährigen Mittelwert der letzten 30 Jahre sei der aktuelle meteorologische Winter um 0,5 Grad zu kalt ausgefallen. Der Winter 2012/2013 ist kein Einzelfall: Bereits der fünfte Winter in Folge liegt unter dem Temperatur-Durchschnitt; im Jahr 2010/2011 war es sogar 1,3 Grad zu kalt.

Das Wetter in ihrer Region

Mitte März ist der meteorologische Winter eigentlich schon vorbei. In Hamburg, Berlin und Frankfurt wurden jedoch um diese Zeit die höchsten Schneedecken des gesamten Winters gemessen. In der Region um München und Augsburg ist der März 2013 bisher ganze 2,2 Grad kälter als der langjährige Mittelwert.

"Für die fortgeschrittene Jahreszeit ist das schon sehr ungewöhnlich", meint Diplom-Meteorologe Dominik Jung und schmunzelt: "Vor einigen Jahren erklärten das einige Wissenschaftler mit der so genannten Atempause der Klimaerwärmung. Ich bin gespannt, wie lange die noch dauern wird."

Haben Klimaforscher sich also geirrt und die Klimaerwärmung findet gar nicht statt?

"Das Klima verändert sich, das stelle ich nicht in Frage", stellt Jung klar. Statt der vorausgesagten Erwärmung trete in Deutschland eher die Zunahme von extremen Wetterlagen ein: Wirbelstürme, Trockenheit oder Eis und Schnee bis ins Frühjahr hinein.

Wetter-Weisheiten: Welche Sprüche wirklich stimmen

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Jungs Erklärung für den Vorhersage-Irrtum: Die bisherigen Modelle zur Klimaerwärmung orientierten sich bei der Berechnung an wenigen Hauptfaktoren wie dem CO2-Gehalt in der Atmosphäre. "Sobald beispielsweise ein Vulkanausbruch oder andere Ereignisse dazuwischen kommen, ist jede Berechnung schon wieder hinfällig", so der Wetterexperte.

Wirklich exakt vorausberechnen lasse sich nicht, wie das Wetter sich verändern wird. Im Lauf der Erdgeschichte habe sich das Klima immer wieder grundlegend verändert und an Veränderungen der Weltbevölkerung, wie zum Beispiel die Industrialisierung, angepasst. Von Versuchen, den Klimawandel zu stoppen, hält Jung deshalb nichts: "Das ist so, als würde man versuchen die Erde komplett anzuhalten."

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