Nach Zyklon Cleopatra

Sardinien: Neuer Regen droht

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Dieses Foto entstand am Dienstag in Olbia

Olbia - Der Zyklon auf Sardinien hat mindestens 18 Tote gefordert. Doch noch gibt es keine Entwarnung: Es droht neuer Regen.

Es war wie eine Bombe aus Wasser! Riesige Wassermassen, in kürzester Zeit“, erzählte der Bürgermeister von Olbia im Norden der italienischen Insel Sardinien, Giovanni Enrico Giovannelli, von dem Sturmtief Cleopatra, das seine Stadt mit voller Wucht traf. Der Sturm, den italienische Medien wegen seiner Auswirkungen als Zyklon bezeichnen, hat mindestens 18 Tote gefordert. Die italienische Regierung rief den Notstand aus.

„Die Zahl der Todesopfer ist auf 18 gestiegen, es gibt aber noch mehrere Vermisste“, sagte Regionalpräsident Ugo Cappellacci dem Fernsehsender SkyTG24. Unter anderem starb eine aus Brasilien stammende Familie, deren Wohnung im Kellergeschoss lag. Die Eltern und ihre zwei Kinder wurden tot in ihrer Wohnung nahe Olbia aufgefunden. Ebenfalls in der Nähe von Olbia starben drei Mitglieder einer Familie, als ihr Auto unter einer einstürzenden Brücke begraben wurde. Eine Frau und ihre Tochter wurden tot in ihrem Wagen gefunden, der in Olbia von Wassermassen fortgerissen worden war. Ein Polizist wurde getötet, als er mit drei Kollegen einen Krankenwagen eskortierte und das Polizeiauto von den Fluten mitgerissen wurde.

Rettungskräfte suchten verzweifelt nach mehreren Vermissten, sie kamen wegen umgestürzter Bäume und unterspülter Straßen aber nur langsam voran. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer, regelrechte Springfluten überschwemmten Straßen und ganze Orte. Häuser, Autos und Brücken wurden zerstört. Die Stromversorgung brach stellenweise zusammen.

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Jetzt drängt sich die Frage auf: Ist der Klimawandel schuld? „Das aktuelle Ereignis kann nicht als direkte Folge des Klimawandels angesehen werden“, erklärte der Diplom-Meteorologe Bernhard Mühr vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des KIT in Karlsruhe. „Der Verdacht liegt aber nahe, dass das Potenzial für heftige Wetterereignisse mit Starkregen in einem wärmeren Klima zunimmt.“ Allerdings kämen immer mehrere Faktoren zusammen. „Mit Sicherheit fiel vielerorts innerhalb weniger Stunden mehr Regen als sonst im ganzen Monat“, sagte Mühr. In Olbia wurden 93 Liter Regen auf den Quadratmeter binnen zwölf Stunden gemessen. Normalerweise beträgt der Niederschlag auf Sardinien im gesamten November durchschnittlich 76 Liter pro Quadratmeter.

Noch gibt es keine Entwarnung für Sardinien: Im gesamten zentralen Mittelmeerraum soll es auch in den nächsten Tagen viel Regen mit der Gefahr von Überschwemmungen geben. „Das Tiefdruckgebiet bleibt bestehen und regeneriert sich immer wieder“, sagte Mühr.

tz

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