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WhatsApp: Diese fünf Einstellungen für Datenschutz sollten Sie kennen

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Von: Anna Lorenz

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Symbolbild zu den Änderungen der Whatsapp Nutzungsbedingungen zu Nutzerdaten  - Menschen laufen über ein Whatsapplogo, auf dem Boden sind Datenreihen zu sehen.
WhatsApp: Datenschutz ist beim Messenger wünschenswert - doch die Funktionen gegen Datenklau und Co. können umständlich sein. © Ralph Peters/imago

WhatsApp: Wer den Messengerdienst von Meta (ehemals Facebook) nutzt, kann ihn den persönlichen Bedürfnissen anpassen. Die Vor- und Nachteile im Überblick.

München - WhatsApp: Geliebt und gehasst - täglich benutzen Milliarden Menschen weltweit den Messengerdienst. Die App, die mittlerweile zum Facebook-Imperium Meta gehört, stellt minütlich zigtausende Nachrichten zu, von oberflächlichem Smalltalk bis zu sensiblen Daten ist alles vertreten. Dass der Datenschutz des Kurznachrichten-Providers zu wünschen übrig lässt, verdrängen viele User bewusst und hoffen, dass ihre Konversationen in der Fülle des weltumspannenden Informationsaustausches schlichtweg keine Beachtung finden.

WhatsApp und Datenschutz - Das alles weiß der Messengerdienst über seine User

Doch wer die AGB einmal genauer liest, dem wird beinahe schwindlig, wie viele Informationen der Kurznachrichten-Dienst en passant über seine Nutzer erhält: So speichert WhatsApp nicht nur alle selbst eingegeben Informationen wie zum Beispiel Telefonnummer, Profilbild oder Status, sondern kann auch sämtliche Kontakte im Adressbuch auslesen.

Um alle Vorteile von WhatsApp nutzen zu können, muss man außerdem diverse Zugriffsrechte* erteilen - Galerie, Kamera, Mikrofon - und gibt mit diesen Funktionen natürlich zusätzliche Daten preis. Fotos werden laut dem Messenger-Dienst nach vorübergehender Speicherung zwar alsbald demontiert und gelöscht - wer jedoch ein Back-Up erstellt, verlagert die Informationen nur nach Google Drive.

WhatsApp- Alternativen: Darum sind sie sinnvoll - aber oft keine Option

Die online kursierenden Gerüchte über WhatsApp-Speicher in Russland sind zwar falsch - nichtsdestotrotz unterliegen die Server in den USA, über die WhatsApp agiert, nicht den strengen Anforderungen deutschen Datenschutzes. Kein Wunder also, dass es vielfach Messenger-Dienste gibt, die durch verstärktes Augenmerk auf die Sicherheit sensibler Informationen punkten wollen.

Die bekanntesten dieser WhatsApp-Alternativen findet man im Apple App- bzw. Google Play-Store - hier gibt es nun übrigens brisante Neuerungen*. Bereits schon am 15. Mai 2021 - als WhatsApp radikal User weltweit zur Nutzung neuer AGB verpflichtete - etablierte Messenger wertet diese Video für Sie aus:

Doch allen Alternativen zum Trotz hat WhatsApp einen entscheidenden Vorteil: Fast jeder hat es. Dieses Quasi-Monopol macht es also nahezu unmöglich, dem Messenger-Dienst den Rücken zu kehren, wenn man den Alltag nicht immens verkomplizieren will. Auch ein Umstieg auf die altmodische Variante SMS lockt die meisten Nutzer nicht - dafür ist WhatsApp mit seinen vielen, nützlichen wie skurrilen Möglichkeiten im Austausch* einfach zu verführerisch.

WhatsApp: „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“ - Diese Datenschutzoptionen gibt es beim Meta-Messengerdienst

Für ein bisschen Sicherheit sorgen bei WhatsApp aber zumindest die folgenden fünf Funktionen. Wer seine Daten schützen will, kann die App entsprechend modifizieren, aber eins vorweg: Gut gemeint ist nicht immer auch gut gemacht.

Regelmäßige Updates: Um mögliche Risiken zu minimieren, sollten Sie stets die aktuellste WhatsApp-Version nutzen. Die Updates beheben aufgedeckte Lücken im Sicherheitsnetz des Messengerdienstes*. In der App auf dem Smartphone kann man die Softwareaktualisierungen automatisch ausführen lassen, in der Web-Version reicht regelmäßiges Neu-Laden des Browser-Tabs. Nachteil: Erstens kann WhatsApp nur Sicherheitslücken schließen, die bekannt sind, ein garantierter Datenschutz ist nicht gegeben. Zweitens benötigen die Updates zum Teil viel Datenvolumen; wer also nicht in einem WLAN-Netz eingeloggt wird, verbraucht also unter Umständen einiges an mobilem Internet.

Verifizierung mittels QR-Code: Um sicherzustellen, dass der Gesprächspartner auch wirklich der ist, für den man ihn hält, kann man den WhatsApp-Chat validieren lassen. Dafür muss man den QR-Code, den die App im Menüpunkt „Verschlüsselung“ auf dem Smartphone des anderen ausspielt, mittels einer Scanner-App in das eigene Handy einlesen - Sie kennen das Procedere sicher vom kürzlich aktualisierten, digitalen Impfpass.* Nachteil: Diese Methode funktioniert nur, wenn man sich persönlich trifft. Die Menschen, mit denen man aber auch im realen Leben in Kontakt steht, sind aber zumeist vertraut genug, um sich auf die Handynummer verlassen zu können - und sich bei Datendiebstahl gegenseitig zu benachrichtigen.

Die Anzeige auf einem Bildschirm eines Smartphones zeigt die Einstellungen von WhatsApp zu Datenschutz und Sicherheit.
Zufall? Das Menü im Reiter „Sicherheit“ fällt auf WhatsApp nicht gerade großzügig aus. © Valentin Wolf/imagebroker/imago

Aktivierung von Sicherheitsbenachrichtigungen: Im Reiter „Sicherheit“ findet sich für WhatsApp-User die Möglichkeit, Sicherheitsbenachrichtigungen zu aktivieren; so wird, wenn sich die Rufnummer des Gesprächspartners ändert oder er die Messenger-App neu installiert, eine Mitteilung gesendet. Man ist also benachrichtigt und kann gegebenenfalls bei anderen nachfragen, ob Hacker ihre Finger im Spiel hatten. Nachteil: Seien Sie ehrlich - würden Sie das wirklich tun?

Einrichten einer PIN-Sperre: Der Messengerdienst bietet Nutzern von WhatsApp in den Einstellungen die Option einer „Verifizierung in zwei Schritten“ an, die im Menüpunkt „Account“ angesiedelt ist. User können die App hier mit einer PIN versehen, sodass ein sechsstelliger Code nötig ist, um die App erneut zu registrieren. Nachteil: Wenn Sie sich die PIN nicht sehr gut merken, haben Sie, gerade, wenn Sie ihr Telefon verlieren und die PIN-Sperre daher nicht mehr aufheben können, bei der Anmeldung auf einem neuen Gerät ein Problem.

WhatsApp und Co.: So können Sie Daten mit Ihrem Smartphone selbst schützen

Wer in puncto Handy-Sicherheit nicht von den Möglichkeiten überzeugt ist, die WhatsApp in der Anwendung selbst zur Verfügung stellt, kann selbst einige Einstellungen vornehmen, um die eigenen Daten zu schützen.

Sicherheitssoftware: Eine Virensoftware installiert zu haben, ist immer gut, ein Nachteil gründet hier unter Umständen nur in einer unglücklich ausfallenden Wahl der genutzten App.

App-Sicherheit: Eine weitere Option ist es, separat für WhatsApp eine Sperre auf dem Smartphone einzurichten, sodass man auf die App nur zugreifen kann, wenn man vorher eine Entschlüsselung vornimmt. Nachteil: Wer WhatsApp regelmäßig nutzt, weiß, dass diese Idee an Unpraktikablität fast nicht zu überbieten ist. Für jede Nachricht eine PIN eintippen zu müssen, fördert vielleicht den Digital Detox, ist aber für viele einfach nicht alltagstauglich. Außerdem kann es zu Problemen mit Push-Benachrichtigungen kommen.

Zugriffsrechtbeschränkung: Alle bisher vorgestellten Ansätze, Datenschutz auf WhatsApp zu betreiben, lassen eines außer Betracht: Die Datenkrake WhatsApp selbst. Wer also weniger Angst hat, dass seine Nachrichten von den falschen Personen gelesen werden, sondern nicht möchte, dass seine Informationen in fremde Hände gelangen, hat keine andere Wahl, als die App selbst in ihren Rechten stark zu beschränken. Moderne Smartphones bieten in den Einstellungen mittlerweile an, die Zugriffsrechte einzeln zu regeln. So kann man beispielsweise auf die Standortmitteilung verzichten und sie nur, wenn benötigt, zulassen. Wer weder über WhatsApp telefoniert, noch ein Freund von Sprachnachrichten ist, braucht der App auch keinen Zugriff auf das Mikrophon einzuräumen.

An sich könnten wir auch einfach ganz auf den Messenger verzichten und uns „old-school“ persönlich oder via Anruf unterhalten. Doch, gewöhnt an Freud und Leid ständiger Erreichbarkeit, stellen wir sie uns heutzutage einfach automatisch, die Frage: „What‘s App?“ (askl) *Merkur.de und ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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