Gruppenchats betroffen

Ominöser WhatsApp-Kettenbrief kursiert: Wurde eine Einstellung einfach heimlich geändert?

Hat WhatsApp eine Gruppeneinstellung einfach unbemerkt geändert? Das will ein Kettenbrief Nutzer:innen weis machen. Was ist wirklich dran?

München - Millionen Menschen in Deutschland nutzen WhatsApp. Besonders Gruppenchats bieten große Vorteile. Zuletzt hat WhatsApp ein nerviges Feature überarbeitet und damit Ruhe ins Postfach gebracht. Nun sorgt ein WhatsApp-Kettenbrief für mächtig Aufsehen und Verwirrung. Betroffen sind erneut die beliebten Gruppenchats. Was steckt tatsächlich dahinter?

WhatsApp-Kettenbrief: Gruppeneinstellung angeblich geändert „ohne die Nutzer zu informieren“

Viele WhatsApp-User:innen sind in Aufruhr, seit sie neuen Nutzungsbedingungen zustimmen sollen.* Die Behauptung eines kursierenden Kettenbriefs könnten vieler Nutzer:innen da vermutlich ernst nehmen: Die Datenschutzeinstellung für Gruppenchats sollen nämlich heimlich geändert worden sein. In dem Kettenbrief heißt es unter anderem: „WhatsApp hat letzte Nacht seine Einstellungen geupdated, ohne die Nutzer zu informieren! Es hat seine Gruppeneinstellungen verändert und hat dich zu ‚jeder‘ hinzugefügt.“ Der Kettenbrief kursiert in mehreren Versionen, die sich anhand von Formulierungen leicht voneinander unterscheiden.

Ein WhatsApp-Kettenbrief sorgt für Verwirrung. Es kursieren mehrere Versionen, die sich leicht voneinander unterscheiden.

So sei es nun für fremde Menschen möglich, einen in Gruppen hinzuzufügen, zu denen man gar nicht hinzugehören möchte, heißt es in den Nachrichten weiter. Eine Zustimmung werde nicht benötigt. „Das bedeutet, deine Inhalte können angegriffen oder zugespamt werden.“ In einer anderen Version heißt es, dass Leute, die man nicht kennt, einen zu einer Gruppe hinzufügen können, „einschließlich zwielichtiger Wettchats, Kredithaie, Finanzbetrugsgruppen.“

Anschließend wird man dazu aufgerufen, diese Einstellung „zur eigenen Sicherheit“ zurückzusetzen. Eine Anleitung wurde in dem Kettenbrief ebenfalls eingefügt. So solle man in WhatsApp nacheinander auf „Einstellungen“, „Account“, „Datenschutz“, „Gruppen“ klicken und dort die Einstellung von „Jeder“ auf „meine Kontakte“ ändern. Zumindest dieser Weg wird in der WhatsApp-Nachricht richtig beschrieben.

Ein WhatsApp-Kettenbrief kursiert in mehreren leicht unterschiedlichen Versionen.

Kettenbrief: Das steckt dahinter - WhatsApp-Sprecher mit Bestätigung

Tatsächlich dürfte dahinter jedoch eine ganz einfache Erklärung stecken. Denn: schon immer war es möglich, fremden Menschen eine Nachricht zu schreiben oder sie zu Gruppen hinzuzufügen. Dazu benötigte man lediglich die Telefonnummer der betreffenden Person. Hat man also die Einstellungen in der Zukunft nicht schon einmal geändert, so bestand jederzeit die Möglichkeit, zu einer Gruppe hinzugefügt zu werden. Eine Zustimmung war auch dann nicht notwendig.

Gegenüber dem Spiegel bestätigte dies ein Sprecher von WhatsApp: „WhatsApp hat schon immer allen erlaubt, Ihnen eine Nachricht zu senden oder Sie zu einer Gruppe hinzuzufügen, die Ihre Telefonnummer kennen - genauso wie alle Ihnen eine SMS oder eine E-Mail senden können, die ihre Kontaktdaten haben.“ Im Jahr 2019 sei dann eine Möglichkeit hinzugefügt worden, die eine Einschränkung dessen zuließ.

Der Kettenbrief scheint daher einfach nur ein falscher Alarm zu sein. Den ein oder anderen dürfte es jedoch sicherlich dazu bewegen, die Datenschutz-Einwilligungen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Einstellen lässt sich des Weiteren nämlich auch, wer das Profilbild sehen kann oder für wen der eigene Status sichtbar ist. *Merkur.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA (mbr)

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