Automatisierter Spam

WhatsApp löscht mehr als 2 Millionen Konten wegen neuer Regel: Bestimmte „Verhaltenssignale“ entscheiden

Zu sehen ist eine männliche Hand, die ein Smartphone hält auf dessen Screen der Messenger Whatsapp sich öffnet.
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Geht gegen Nachrichten mit gefährlichem Inhalt vor: WhatsApp

Mit zahlreichen Accounts kannte WhatsApp jetzt kein Pardon. Sie befinden sich in einem Land, in dem der Messenger ohnehin mit der Regierung im Clinch liegt.

Mountain View - Die Verantwortlichen bei WhatsApp haben in den vergangenen zwei Wochen mehr als zwei Millionen Nutzer-Accounts gesperrt. Der Grund: Spam-Nachrichten, die teils richtig gefährlich werden können. Von 95 Prozent der gesperrten Accounts ist nach ihren Angaben Spam verschickt worden. Das berichten übereinstimmend der britische Sender BBC und das österreichische IT-Portal mimikama.at.

WhatsApp sperrt Accounts wegen Spam, der zu Todesopfern führte

Laut der BBC will WhatsApp solchen Missbrauch verhindern. Vor allem über den Messenger wurden demnach in der Vergangenheit Gerüchte (zum Beispiel über Bandenkriminalität) verbreitet, die zu Gewalt bis hin zu Todesopfer führten. Dies waren laut BBC zufolge vor allem Accounts, die ihre Nachrichten automatisiert verschickten – in einem Tempo und einer Größenordnung, die ein Mensch in dieser Zeit niemals schaffen würden.

Der Kampf gegen solchen Spam sei der aktuelle „Top-Fokus“ von WhatsApp, das angeblich im Monat bis zu acht Millionen Accounts weltweit sperre.

Recht auf Privatsphäre: WhatsApp verklagt Indiens Regierung

Erst im Mai 2021 ging WhatsApp gerichtlich gegen neue Regeln der indischen Regierung vor. Sie verpflichteten den Messenger, der zu Facebook gehört, dazu den Urheber von privaten Chat-Nachrichten zu identifizieren und zu verfolgen. Nach Auffassung des Unternehmens verletzt das jedoch das in der indischen Verfassung gewährte Recht auf Privatsphäre.

WhatsApp betont immer wieder, dass es keine Einsicht in Nutzerdaten hat und Mitteilungen zwischen Nutzerinnen und Nutzern nicht speichert.

Indien: Auch Facebook und Twitter unter Beschuss der Regierung

Die indische Regierung versucht seit längerem stärker Meinungsäußerungen im Internet zu überwachen. Nach den neuen Regeln müssen Soziale Netzwerke mit mehr als fünf Millionen Nutzern den Urheber von Nachrichten identifizieren können, der Inhalte verbreitet, die den Interessen des Landes schaden könnten.

Kürzlich hatte die Regierung auch Netzwerke wie Facebook und Twitter angewiesen, Einträge zu löschen, die das Corona-Management der Regierung kritisierten - mit der Begründung, dass sie zu Panik führen könnten und das Corona-Management behinderten. Soziale Netzwerke sind etlichen solchen Aufforderungen nachgekommen. Betroffene Einträge konnten aber außerhalb Indiens noch gesehen werden.

Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern ist für soziale Netzwerke und Messenger ein wichtiger Markt. (frs mit Material der AFP)

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