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WHO warnt vor gefährlichen Hustensäften für Kinder: Mehr als 300 Todesfälle bislang registriert

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Von: Fabian Müller

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Flüssige Medizin wird auf einen Löffel gegeben.
Flüssige Medizin wird auf einen Löffel gegeben. (Symbolbild) © Imago

In mehreren Ländern ist es infolge von verunreinigten Hustensäften zu Todesfällen bei Kleinkindern gekommen. Die WHO hat nun zum Kampf gegen gefälschte Medikamente aufgerufen.

Genf - Nach dem Auftauchen lebensgefährlicher Hustensäfte für Kinder in sieben Ländern hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle Länder aufgerufen, stärkere Prüfungen durchzuführen. Gefälschte Medikamente oder solche, die die Sicherheitsstandards nicht erfüllen, müssten identifiziert und aus dem Verkehr gezogen werden, mahnte die WHO in Genf am Montag (23. Januar). Das berichtet Merkur.de.

In den vergangenen Monaten seien mindestens 300 Kleinkinder in drei Ländern nach der Einnahme von Hustensäften gestorben, die ohne Rezept gekauft werden können. Die Mehrzahl der Kinder waren fünf Jahre alt oder jünger. Die Hustensäfte enthielten giftige Stoffe wie industrielle Lösungsmittel oder Frostschutzmittel, die schon in kleinen Mengen tödlich sein könnten.

Gefährliche Hustensäfte für Kinder: WHO ruft Länder auf, gefälschte Medikamente aus dem Verkehr zu ziehen

Am Dienstag teilte die WHO dann auch mit, um welche Länder es sich handelte: Zu Todesfällen kam es in Gambia, Usbekistan und Indonesien, zu Verdachtsfällen in den Philippinen, Osttimor, Senegal und Kambodscha. In drei Fällen hat die WHO Produktwarnungen herausgegeben. In Gambia handelte es sich um Hustensäfte von Maiden Pharmaceuticals Limited aus Haryana in Indien, in Indonesien waren es Produkte des lokalen Herstellers PT Afi Farma und in Usbekistan Produkte der Firma Marion Biotech Pvt Limited aus Uttar Pradesh in Indien.

Die Organisation hatte in den vergangenen Monaten in diesem Zusammenhang bereits Warnungen zu den Vorfällen in Gambia, Indonesien und Usbekistan herausgegeben. Die WHO rief ihre 194 Mitgliedsstaaten dazu auf, kontaminierte Medikamente schnellstmöglich zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen, Lieferketten in den betroffenen Ländern verstärkt zu überwachen und die WHO umgehend zu informieren, sollten weitere minderwertige Arzneimittel identifiziert worden sein.

Da es sich nicht mehr um Einzelfälle handelte, rief die WHO zudem Akteure der medizinischen Versorgung auf, schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen. Regierungen sollten die Produkte vom Markt nehmen und gegebenenfalls striktere Regeln und Gesetze erlassen.

Tödliche Hustensäfte für Kinder: WHO empfiehlt Maßnahmen für Hersteller und Lieferanten

Die Hersteller der Arzneimittel werden aufgerufen, Bestandteile „in pharmazeutischer Qualität nur von qualifizierten und vertrauenswürdigen Lieferanten zu beziehen“, so die WHO in ihrem Statement. Außerdem sollten „umfassende Tests beim Erhalt der Lieferungen“ durchgeführt werden. Lieferanten wiederum sollten auf „Anzeichen von Fälschung“ achten und nur Arzneimittel vertreiben, „die von den zuständigen Behörden zugelassen sind und aus diesen genehmigten Quellen stammen“. (dpa/fmü)

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