"Jetzt erst recht!"

Rülps-Flashmob: Veranstalter erklärt die Hintergründe

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Dominik hat den "LautRülps"-Flashmob in Wien ins Leben gerufen und erhofft sich einiges davon.

Wien - Eine Anzeige und 70 Euro Strafe für zu lautes Rülpsen auf der Straße? Ja, das gibt es in Wien. Ein Flashmob will gegen die "Polizeiwillkür" mobil machen, auch wenn es weitere Anzeigen geben kann.

In Wien wurde ein Mann wegen lauten Rülpsens "nächst Polizeibeamten" angezeigt und musste rund 70 Euro Strafe zahlen. Der Polizist sah den Rülpser als öffentliche Anstandsverletzung nach Paragraph 1 des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes an. Der Betroffene dokumentierte den Vorfall auf Facebook.

Ich möchte euch eine Geschichte erzählen. Sie heißt: "Mein Tag am Wiener Praterstern"Ein Ort vieler kleiner und...

Posted by Edin Mehic on Donnerstag, 18. Februar 2016

Doch damit nicht genug. Der Vorfall ist mittlerweile in ganz Wien, vielleicht sogar ganz Österreich bekannt. Und er hat Auswirkungen. Ein weiterer Facebook-Nutzer wurde auf den Post aufmerksam und dachte sich: "Was zur Hölle soll denn das bitte?!" Das Thema ließ Dominik T. nicht in Ruhe. Daraufhin gründete er eine Veranstaltung bei Facebook, den "LautRülps-Flashmob". Stattfinden soll der am kommenden Samstag am Praterstern in Wien. Bisher hat die Veranstaltung knapp 100 Zusagen.

Ganz nach den Motto: "Jetzt erst recht!"

Der Grund für die Veranstaltung? "Mir hat das keine Ruhe gelassen, weil mich diese absolute Polizeiwillkür so geärgert hat und vor allem, dass man in Prinzip nichts dagegen tun kann. Dann ist mir einfach die Idee gekommen, einen Flashmob zu machen, quasi als Trotz, nach dem Motto: 'Jetzt erst recht!' Aber natürlich mit dem Hintergrund, aufzeigen zu wollen und zu sagen: He, so nicht! Nicht mit uns!", erklärt Dominik T. gegenüber unserer Onlineredaktion.

Doch was erwartet er sich letztendlich von der Aktion? "Ich erhoffe mir, dass einfach das Thema und damit der Irrwitz dieser Aktion und der Polizeiwillkür aktuell wird bzw. bleibt und sich vielleicht bei den nächsten Vorfällen ähnlicher Natur einerseits die Leute mehr trauen, andererseits die Polizisten auch ein bisschen mehr nachdenken, bevor sie ihre schlechte Laune an Staatsbürgern auslassen. Naja, und ich glaube lustig wird es auch..."

"Leberkässemmel und Cola"

Die ersten Vorschläge, einen perfekten Rülpser zu provozieren, gibt es auch schon auf der Facebook-Seite der Veranstaltung. Ein Nutzer plädiert ganz klar für "Leberkässemmel und Cola", der andere bevorzugt dann doch "Frucade". Aber einig sind sie sich: Der Döner ist ein guter Ausgangspunkt.

Manche finden die Aktion eklig und völlig übertrieben, doch Dominik T. argumentiert: "Es geht natürlich primär darum, die Sinnlosigkeit solch einer Amtshandlung eines Polizisten anzuprangern, noch dazu an einem Ort in Wien, der als Drogenumschlagplatz bekannt ist." Und tatsächlich, der Praterstern ist weithin für die kriminellen Machenschaften bekannt, daher auch so eine große Polizeipräsens vor Ort.

Wenn am Samstag dann rund hundert Leute zum Rülpsen zusammenkommen, kann es natürlich auch gut passieren, dass es weitere Anzeigen hagelt. Doch auch damit kann Dominik T., Gründer der Veranstaltung, sich arrangieren. Sollte er eine Anzeige bekommen, würde er laut lachen und gleich 270 Euro statt der 70 Euro bezahlen, "weil die unmittelbar folgende Beamtenbeleidigung sicher auch nicht billig wäre", erklärt er lachend.

mt

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