Polizei ermittelt

Mutter hält Sohn (45) monatelang im Keller gefangen - dann muss sie den Notarzt rufen

Die Hand eines pflegebedürftigen Patienten im Krankenhaus.
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Ein 45-Jähriger wurde über Monate von seiner Mutter im Keller gefangen gehalten - er musste ins Krankenhaus gebracht werden (Symbolbild)

Ein 45-Jähriger in Wien erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Mutter. Sie soll ihn monatelang im Keller gefangen gehalten haben. Erst als er krank wurde, flog der Fall auf.

  • Seit April soll eine 77 Jahre alte Frau in Wien ihren Sohn in einem Keller gefangen gehalten haben.
  • Der Fall flog erst auf, als es dem 45-Jährigen immer schlechter ging und die Mutter den Notarzt rufen musste.
  • Gegen die Frau wird jetzt wegen Freiheitsentziehung ermittelt.

Wien - Während des Lockdowns, hervorgerufen durch das Coronavirus, machte die Bevölkerung in Österreich in diesem Jahr die Erfahrung, wie es ist, in ihren eigenen vier Wände quasi gefangen zu sein. Nach wenigen Wochen hatte der Spuk jedoch ein Ende. Mittlerweile können sich die Menschen unter Einhaltung bestimmter Präventionsmaßnahmen wieder frei bewegen - das galt zumindest für fast alle.

Ein 45 Jahre alter Mann in Wien soll nach eigenen Angaben nämlich monatelang in einem Keller eingesperrt gewesen sein - mit Corona hatte das jedoch nicht viel zu tun. Schuld gibt er seiner Mutter. Seit April soll diese ihn bereits in dem außen liegenden Anbau ihres Einfamilienhauses gefangen gehalten haben.

Wien: 77-Jährige sperrt ihren Sohn monatelang in einem Keller ein - Ermittlungen laufen

Der Fall flog nur deshalb auf, weil die Mutter des Mannes vergangenen Mittwochnachmittag den Rettungsdienst gerufen hatte. Laut Angaben der Polizei befand sich deren Sohn, als die Einsatzkräfte eintrafen, in einem „äußerst schlechten Gesundheitszustand“ und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht.

Aufgrund der miserablen Verfassung des 45-Jährigen kontaktierten die Sanitäter noch vor Ort die Polizei in Wien. Bereits auf dem Weg zur Klinik offenbarte sich der Schwerkranke den Beamten und beschuldigte seine eigene Mutter, ihn mehrere Monate in das „Kellerabteil gesperrt“ zu haben.

Die 77-Jährige bestreitet die schweren Vorwürfe, die ihr Sohn gegen sie erhebt, und sagte der Polizei Wien gegenüber aus, dass ihr Sohn „jederzeit" die Möglichkeit gehabt habe, das Kellerabteil zu verlassen. Zudem sei er ausreichend versorgt worden. Bislang liegen den Ermittlern „keine eindeutigen Beweise“ für die Schuld der Frau vor - ihr Haus wurde von der Polizei bereits durchsucht. Zeugen sollen den 45-Jährigen vor den Sommerferien im Garten des Einfamilienhauses gesehen haben.

45-Jähriger in Wien monatelang in Keller eingesperrt - Mutter hielt ihn gefangen

Bei vielen Menschen lösen die Worte „Keller“ und „gefangen" schlimme Assoziationen aus, erinnern sie beispielsweise an den Fall von Josef Fritzl, der seine eigene Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies eingesperrt und unzählige Male vergewaltigt hatte. Wie sich später herausstellte, hatte er auch seine Mutter mehrere Jahre lang im eigenen Haus in einen Raum mit zugemauerten Fenstern gefangen gehalten. Auch die Entführung von Natascha Kampusch ist vielen im Gedächtnis geblieben.

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