Vorfall in Wiener Klinik

Schwangere trotz Wehen von Klinik nach Hause geschickt - Freund muss als Hebamme einspringen

Eine Frau hält ihren schwangeren Bauch: Eine junge Österreicherin musste notgedrungen zuhause entbinden, nachdem sie im Krankenhaus abgewiesen wurde.
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Eine Frau hält ihren schwangeren Bauch: Eine junge Österreicherin musste notgedrungen zuhause entbinden, nachdem sie im Krankenhaus abgewiesen wurde. (Symbolbild)

Sie hatte Wehen, fuhr zum Krankenhaus - und wurde abgewiesen. Ein Vorfall in Wien schockiert - sie musste notgedrungen zuhause entbinden.

München/Wien - Ein Horrorszenario für jede Schwangere: Mit Wehen ins Krankenhaus, und wieder heimgeschickt. Was unglaublich klingt, ist in Wien tatsächlich passiert.

Die 24-Jährige wurde abgewiesen, wie ihr 28-jähriger Freund gegenüber dem österreichischen Portal Heute erklärte: „Der Muttermund war bereits zwei Zentimeter geöffnet. Es wurde auch festgestellt, dass der Gebärmutterhals verkürzt war, aber trotzdem meinte das Personal, dass sie erst bei Schmerzen wieder kommen sollte.“

Wien: Schwangere muss notgedrungen zuhause entbinden - mit Freund und Kindern im Haus

Er selbst sei am 2. September gegen 2:30 nicht dabei gewesen, als seine Freundin eingeliefert wurde, da er die beiden anderen Kinder betreuen musste. Plötzlich stand seine Freundin wieder vor der Tür, und das Kind kam: Sobald sie zu Hause in Wien-Simmerin war, setzten die Presswehen ein. Ein weiteres Mal wurde die Rettung gerufen, doch die Notärzte schafften es nicht mehr rechtzeitig. Der Freund selbst musste als Hebamme herhalten. „Wir hatten keinerlei medizinische Unterstützung und so musste ich ihr helfen, unser Kind auf die Welt zu bringen“, so der Vater.

Diese Nacht werden die beiden nicht so schnell vergessen. Rückblickend erklärt er: „Ich empfinde das als Skandal, dass eine Frau direkt vor der Geburt nach Hause geschickt wurde. Außerdem ist es mir unerklärlich, wieso im Mutter-Kind-Pass eingetragen wurde, dass unser Kind im Krankenhaus, im Beisein eines Arztes und einer Hebamme, auf die Welt gekommen ist.“ 

Mittlerweile befinden sich Mutter und Neugeborenes wieder im Krankenhaus - es geht ihnen gut. Die Pressesprecherin des Wiener Gesundheitsverbunds bestätigte den Vorfall. Reghenzani über die Mutter: „Sie berichtete, zuhause Wehen gehabt zu haben. In der Klinik hörten diese jedoch auf. Das bestätigte auch die CTG-Kontrolle.“

Wien: Krankenhaus bedauert Vorfall

Dass die Wehen aufhören, sei nichts Ungewöhnliches oder medizinisch Bedenkliches. „Zumeist ist dies ein Hinweis darauf, dass die Geburt noch nicht so weit fortgeschritten ist. Der Muttermund-Befund hat diesen Hinweis noch verstärkt.“ Laut Reghenzani ist das Umfeld zuhause für die werdenden Mütter förderlicher, als lange im Krankenhaus zu warten. Der Befund über den verkürzten Gebärmutterhals sei laut der Sprecherin ein normaler Befund, der für die Geburt sogar dringend nötig sei.

Trotzdem hat die Sprecherin Mitgefühl für die Mutter: Dass sie „die Geburt zuhause ohne professionelle Unterstützung meistern musste, tut uns sehr leid.“ (cg)

Das Coronavirus scheint so bald nicht gänzlich auszusterben. Laut Corona-Experte Clemens Wendtner, Chefarzt der München Klinik Schwabing, werden die Intensivstationen auch nächstes Jahr belastet sein.

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