Winter hat Deutschland fest im Griff

Berlin - Der Winter hat Deutschland und Teile Europas fest im Griff. Im Bahn- und Straßenverkehr ging in Deutschland streckenweise nichts mehr, im Flugverkehr gab es Verspätungen. In Polen erfroren zehn Menschen.

Lesen Sie auch:

Noch drei Tage Eis und Schnee

Die Zahl der Kältetoten stieg dort damit bereits auf Die polnische Polizei appellierte an die Bürger, Obdachlose und betrunkene Personen zu melden. So könnten Leben gerettet werden, sagte Polizeisprecher Mariusz Sokolowski. Die Behörden in Berlin ließen in der Nacht U-Bahn-Stationen, Suppenküchen und beheizte Busse offen, um Obdachlosen Schutz vor der Kälte zu bieten. Während die Flughäfen in Frankfurt am Main, Berlin-Tegel, Stuttgart, München und Düsseldorf Verspätungen meldeten, blieb der Londoner Flughafen Gatwick wegen Schnees bereits den zweiten Tag in Folge geschlossen. 600 Flüge fielen dort aus, der London City Airport und der Flughafen im schottischen Edinburgh waren am Vormittag geschlossen. Die europäische Flugkontrolle meldete darüber hinaus Verspätungen am Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Eis und Schnee: Dieses Bußgeld droht Autofahrern

Eis und Schnee: Dieses Bußgeld droht Autofahrern

Der Flughafen in Genua konnte den Betrieb wieder aufnehmen, nachdem rund 2.000 Lkw-Ladungen Schnee von der Startbahn geräumt wurden. Reisende, die auf die Bahn setzten, kamen auch oft stundenlang nicht weiter. Nach Angaben der Bundesbahn strandeten in der Nacht 3.000 Fahrgäste in ihren Zügen, in Frankfurt am Main übernachteten 200 Reisende in auf dem Hauptbahnhof geparkten Nachtzügen, weil ihre Züge nach Osten gestoppt wurden und in Hotels keine Zimmer mehr frei waren. Der ICE-Verkehr zwischen Nürnberg und Leipzig wurde zeitweise umgeleitet und hatte bis zu zwei Stunden Verspätung. Die ICE-Strecke von Hamburg nach Kopenhagen war unterbrochen.

Panzer bahnen Wege für Rettungswagen

Die dänischen Streitkräfte kamen den zivilen Rettungskräften mit Kettenfahrzeugen zu Hilfe. Mit Panzern bahnten sie Wege für Krankenwagen und Feuerwehr. In der Nacht zum Donnerstag wurden in Lillhardal in Zentralschweden die bislang tiefsten Temperaturen gemessen: minus 29,6 Grad. In Polen behinderte heftiger Schneefall den Flug- und Bahnverkehr und führte zu gefährlichen Verhältnissen im Straßenverkehr. Bei Temperaturen um minus 10 Grad fiel die Stromversorgung für mehrere tausend Haushalte aus. Auch einige Dörfer in Rumänien waren der Kälte ohne Strom ausgeliefert.

Klirrende Kälte und jede Menge Schnee in Deutschland

Klirrende Kälte und jede Menge Schnee in Deutschland

Im südöstlichen Europa gingen die Niederschläge in Form ausgiebiger Regenschauer nieder. Bosnische Behörden haben den wegen des Hochwassers des Flusses Drina den Notstand in der Stadt Foca ausgerufen und die Streitkräfte halfen bei der Evakuierung der Stadt Gorazde. Schulen blieben geschlossen und die Strom- und Trinkwasserversorgung brach zusammen. Auch in den Nachbarstaaten Serbien und Montenegro kam es entlang der Drina zu Überschwemmungen. Eine große Schneefront hat das Bundesgebiet von Süden her überzogen. Dabei bildete sich eine Neuschneeschicht von 10 bis 20 Zentimetern. Stürmischer Wind türmte die weißen Massen zu Hügeln auf, die den Straßen- und Bahnverkehr blockierten.

Verkehrstote im Schneechaos

Am Mittwoch kam auf der Ostseeinsel Fehmarn bei einem Zusammenstoß eines ICE mit einem Lastwagen an einem unbeschrankten Bahnübergang ein Lkw-Fahrer ums Leben. Bei Nürnberg fuhr ein Zug in einen auf einem Bahnübergang stecken gebliebenen Holzlaster. Der Fahrer des Lastwagens verstarb noch am Unfallort, von den 100 Zugpassagieren erlitten vier leichte Verletzungen. Auf der A 3 bei Würzburg kam ein Lastwagenfahrer ums Leben, der mit seinem Fahrzeug auf einen Sattelzug auffuhr. Im Kreis Aschaffenburg wurde eine 30-Jährige Autofahrerin getötet, als sich ihr Fahrzeug überschlug.

Wegen der starken Schneefälle kam es in der Nacht zum Donnerstag zeitweilig zum Stillstand auf Autobahnen. Die A 72 in Sachsen musste wegen querstehender Lastwagen voll gesperrt werden. Auch Bayern war stark betroffen: Auf den Autobahnen um Regensburg ging mehrere Stunden nichts mehr. Liegengebliebene Lastwagen blockierten die Fahrbahnen vor allem an Steigungen.

dapd

Auch interessant

Meistgelesen

„Ich will heute noch b...“ - Über diese Döner-Bestellung lacht das Netz
„Ich will heute noch b...“ - Über diese Döner-Bestellung lacht das Netz
So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
So verzweifelt suchen Eltern im Netz nach ihren Kindern
Dieses dänische Model ist angeblich zu dick für Louis Vuitton
Dieses dänische Model ist angeblich zu dick für Louis Vuitton
Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger
Erschossener Elefant fällt um - und tötet Jäger

Kommentare