Prophezeiung aus dem 16. Jahrhundert

Weltuntergang: Droht uns eine Kollision mit anderem Planeten?

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Droht das Ende der Menschheit?

Soleto - Den nächsten Winterurlaub können Sie knicken. Zumindest wenn es nach einer Prophezeiung aus dem 16. Jahrhundert geht. Doch stürzt im Sommer wirklich ein Planet auf die Erde und löscht die Menschheit aus?  

Nostradamus kennt jeder, aber kennen Sie auch Matteo Tafuri, den „italienischen Nostradamus“? David Meade kennt ihn jedenfalls. Und er glaubt dem Philosophen, Astrologen und Arzt, der Anfang des 16. Jahrhunderts die Apokalypse voraussagte. Die steht nämlich laut dem Mann aus Apulien schon sehr bald bevor, und es gibt Hinweise, dass Tafuri Recht haben könnte.

Der Gelehrte aus Soleto schrieb nämlich in einem seiner Traktate, dass die Welt untergehen würde, wenn es auf Salento, einer Halbinsel im äußersten Südosten von Tafuris Heimatprovinz, an zwei Tagen hintereinander schneien würde. Angesichts der dort vorherrschenden milden Winter passiert das jedoch so gut wie nie. Bis jetzt.

Dieses ungewöhnliche Wetter-Phänomen ist eines der vielen Vorzeichen, dass Nibiru bereits auf dem Weg zu uns ist, so Meade: Ein Planet aus dem Rand unseres Sonnensystems, der aus seiner Bahn geraten sei und nun auf uns zurase, um mit der Erde zu kollidieren. Ein solcher Aufprall, der die millionenfache Wirkung der Hiroshima-Bombe hätte, wäre das sichere Ende der gesamten Menschheit. 

Das genaue Datum des Einschlags von Nibiru hat der Mann, der ein studierter Astronom sein will, bereits errechnet: Es ist der 5. Oktober 2017. Auch die NASA wisse von Planet X, so Meade.

„Planet X“ und Nibiru: Ein planetares Missverständnis

Mit dieser Behauptung hat er auch Recht, zumindest fast: „Planet X“ nennen die Himmelsforscher allgemein Planeten in den äußeren Regionen des Sonnensystems, deren Existenz errechnet, aber noch nicht bewiesen ist.

Aber warum hat uns die US-Raumfahrtbehörde, die ja den Himmel rund um die Uhr beobachtet, nicht schon längst vor dieser Gefahr aus dem All gewarnt? Ganz einfach: Die Experten streiten schlichtweg ab, dass es Nibiru überhaupt gibt. „Es handelt sich dabei um einen reinen Unsinn“, heißt es auf der eigens für Weltuntergangs-Fanatiker eingerichteten NASA-Webseite. „Die Behauptung seiner Existenz entbehrt jeder faktischen Grundlage. Wenn es ihn gäbe, hätten wir ihn schon vor Jahren entdecken müssen, mittlerweile müsste er sogar mit bloßem Auge zu sehen sein.“

Dem widerspricht Meade natürlich: Man verschweige der Menschheit, dass ihr nur noch ein paar Monate zum Leben bleibt, um eine Massenpanik zu verhindern. Und Nibiru sei durchaus zu sehen, nur eben nicht so ohne Weiteres. Eine Chance habe man, wenn man „mit einer hervorragenden Kamera über Südamerika fliegt“, behauptet er.

Darum gibt es Nibiru nicht

Steht hier also Aussage gegen Aussage? Nein, denn wer sich mit Physik auskennt, weiß: Nibiru könnte in unserem Sonnensystem nur existieren, wenn in seinem Fall so ziemlich alle physikalischen Gesetze, die Schwerkraft und Planetenbahnen betreffend, nicht gelten würden. Das erklärt der promovierte österreichische Astronom Florian Freistetter im Detail auf seinem Blog „astrodicticum simplex“

Nibiru, der Klassiker der Apolyptiker

Das Nibiru-Phänomen ist sehr beliebt, wie mehr als 1,1 Million YouTube-Videos zu dem Thema beweisen. Der Planet, den es gar nicht gibt, hätte bereits 2012 die Erde zerstören sollen, auch 2003 war er mal heißer Apokalypse-Kandidat. Schuld an dem weltumspannenden Irrglauben hat Zecharia Sitchin. Der russisch-amerikanische Autor hatte die Nibiru-Lawine 1976 ins Rollen gebracht. In seinem Bestseller „The 12th Planet“ verweist er auf eine jahrtausende alte Sage. Demnach glaubten die Babylonier und Sumerer, dass auf Nibiru eine Rasse „uralter Aliens“, die Annukaki, lebte, die später mittels Gentechnik den Homo Sapiens erschufen.

Obwohl ihn die Wissenschaft also längst als Unsinn enttarnt hat, wird Nibiru in schöner Regelmäßigkeit alle paar Jahre aus der Mottenkiste geholt und aufpoliert. Doch warum halten so viele an ihrem Irrglauben fest? Im Falle von David Meade lässt sich diese Frage ganz einfach beantworten: Er macht gutes Geld mit seinem gedruckten Geschwafel über Nibiru. Mehrere Bücher zu dem Thema gehen auf sei Konto, auf seiner Webseite verlinkt er auf eine Firma, die Luxus-Untergrund-Bunker zum Überleben eines Atomschlags herstellt. Denn der Weltuntergang ist längst zu einem eigenen Industrie-Zweig geworden.

hn

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