5,6 Millionen leben viel zu beengt

Wohnungsnot in Deutschland

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Immer mehr Bundesbürger drängen sich in überbelegten Wohnungen: In Leipzig leben immer noch viele Menschen in Plattenbauten aus der DDR-Zeit

München - Kein eigenes Zimmer fürs erwachsene Kind, wohnen und schlafen in einem Raum: 5,6 Millionen Bundesbürger müssen laut EU-Definition in zu engen Wohnungen leben.

Die Kriterien, nach denen die EU-Statistiker eine Wohnung als überbelegt ansehen, sind folgende:

Die Wohnung hat keinen Gemeinschaftsraum, also kein vom Schlafzimmer getrenntes Wohnzimmer.

Ein alleinstehendes Kind über 18 Jahren hat kein eigenes Zimmer.

Eltern haben kein eigenes Schlafzimmer.

Ein Sohn und eine Tochter (oder noch mehr gemischtgeschlechtliche Geschwister) im Alter von zwölf bis 17 Jahren müssen sich gemeinsam ein Zimmer teilen.

Ein EU-weiter Vergleich zeigt, dass derartig beengte Wohnverhältnisse in Osteuropa fast schon die Regel sind: In Rumänien leben 54 Prozent in zu kleinen Wohnungen, in Bulgarien, Ungarn, Kroatien und Lettland jeweils über 40 Prozent.

In Frankreich (acht Prozent) und Österreich (zwölf Prozent) liegt die Überbelegungs-Quote etwas höher als in Deutschland (7 Prozent). Am besten ist die Wohnsituation in den Niederlanden mit weniger als zwei Prozent, die zu beengt leben müssen. Der EU-Durchschnitt liegt bei 17 Prozent.

Wenig überraschend: Vor allem Menschen mit geringem Einkommen müssen in zu engen Wohnverhältnissen leben, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Der Anteil unter armutsgefährdeten Personen liege mit 20 Prozent fünf Mal höher als unter anderen Bürgern (vier Prozent).

Auch die Zahl der Deutschen, die sich überhaupt kein Dach über den Kopf mehr leisten können, steigt: Nach 284 000 Wohnungslosen im vergangenen Jahr sei bis zum Jahr 2016 eine Zunahme auf 380 000 Menschen zu erwarten, teilte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) mit.

Die Zahl der Obdachlosen, also derer, die ohne jede Unterkunft auf der Straße lebten, sei zwischen 2010 und 2012 um zehn Prozent auf rund 24 000 geklettert. Als wohnungslos gelten auch Menschen, die in kommunalen Notunterkünften oder vorübergehend bei Freunden oder auf Campingplätzen unterkommen.

Ursachen sind laut BAGW „extrem“ gestiegene Mietpreise, eine zunehmende Verarmung unterer Einkommensgruppen und ein unzureichendes Angebot an preiswertem Wohnraum.

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