Videoclip zeigt Begegnung

Wolf trabt durch die Stadt - Passanten trauen ihren Augen nicht

Im niedersächsischen Lohne sorgte ein besonderer Gast für Aufregung: Nur wenige Meter trennten einen Vater und seine Tochter von einem verirrten Wolf.

Lohne - Eigentlich wollten sie nur ein Eis essen gehen, doch was Vater und Tochter dann begegnete, machte ihren Nachmittag deutlich spannender als gedacht: Ein Wolf trabte an dem Duo vorbei, mitten durch die niedersächsische Stadt Lohne - und das am helllichten Tag. Geistesgegenwärtig griff Vater Jörg Sandvoß zum Handy, mit dem er ein kurzes Video vom Tier drehen konnte. Im Hintergrund des Clips hört man, wie Sandvoß sich mit seiner Tochter unterhält, seine Stimme klingt angespannt. Trotzdem blieben die beiden in der außergewöhnlichen Situation ruhig, der Wolf schenkte ihnen wenig Beachtung und die Begegnung verlief glimpflich.

Wolf läuft durch die Stadt: „Irgendjemand muss ihm doch helfen Papa!“

In einem Interview mit der BILD schildert der 46-Jährige den Vorgang: „Ich sah plötzlich ein Tier, das auf den ersten Blick aussah wie ein Hund. Aber ich merkte schnell: Das war kein Hund.“ Das hundeartige Wesen schien verwirrt zu sein, versuchte in Panik, durch einen Maschendrahtzaun auf ein Stück Brachland zu gelangen. Als das nicht klappte, drehte das Tier zunächst ab, um dann nach kurzer Zeit erneut in der Nähe von Sandvoß und seiner Tochter aufzutauchen - mittlerweile war dem 46-Jährigen klar, dass wenige Meter von ihm entfernt ein echter Wolf lief.

Angst habe er nicht wirklich gehabt, sagt er gegenüber der BILD. „Das Tier war überhaupt nicht aggressiv. Im Gegenteil: Es wirkte ängstlich und gehetzt“, beschreibt der Lohner seinen Eindruck vom Wolf. Trotzdem sei das Erlebnis „schon krass“ gewesen. Auch seine Tochter ist zunächst beeindruckt, dann hat sie Mitleid - im Hintergrund des Videos hört man ihre Reaktion. „Oh, wie cool“, findet sie die Begegnung zunächst, sieht aber auch den Stress des Tieres: „Der Arme. Irgendjemand muss ihm doch helfen Papa!“

Wolf in Lohne - er „wollte nur so schnell wie möglich raus“

Ein Polizist aus Lohne, der auch ehrenamtlicher Wolfsberater für Niedersachsen ist, schätzt die Situation des Wolfs nach Betrachtung der Videoaufnahmen für die BILD ähnlich ein wie Vater und Tochter: „Das Tier war enorm gestresst, es wollte nur so schnell wie möglich raus aus der Stadt, zurück in die Natur“, erklärt Experte Ulrich Heitmann. Das Tier ist seinem Ermessen nach in einem Alter, in dem sich Wölfe von ihrem Rudel trennen und eigenständig werden - entweder schließen sie sich einem anderen Rudel an, oder sie gründen ein eigenes. Ob es sich um ein weibliches oder männliches Tier handelt, darüber gebe ihm das Video leider keinen endgültigen Aufschluss.

Insgesamt sind in der Gegend um Lohne schon häufiger Wölfe gesichtet worden - ein so spektakulärer Irrgang durch die Stadt war aber noch nicht der Fall. Auf Twitter, Facebook und Youtube geht das Video der Begegnung indes viral. ob oder wie der Wolf mittlerweile seinen Weg zurück in die Natur gefunden hat, ist jedoch nicht bekannt. (eu)

Weniger glimpflich ging vor kurzem eine Wolfs-Attacke in Russland aus. In den USA hingegen gelang die Rettung einer Wildgans, der ein Pfeil quer durch den Kopf geschossen worden war.

Rubriklistenbild: © Screenshot/24hamburg.de

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