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Wolf-Population in Österreich explodiert und soll bald verdoppeln: 31 Wölfe rissen bereits Hunderte Tiere

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Von: Christoph Gschoßmann

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Wölfe
In Österreich kein allzu seltenes Bild mehr: Zwei Wolfswelpen stehen auf einem Feld. © Torsten Beuster/-/dpa/Symbolbild

Es werden immer mehr Wölfe in Österreich: Sie rissen fast 500 Schafe, Ziegen und Rinder. Ihre Population soll sich bald verdoppeln. Folgt ein Umdenken bei den Schutzgesetzen?

Wien/München - Einst waren sie eine gefährdete Art - doch nun streifen schon Dutzende Wölfe durch Österreich und reißen andere Tiere. Und es werden immer mehr Wölfe.

Aktuell streiften 31 dieser Raubtiere durch das Land, wie Albin Blaschka, Geschäftsführer des Österreichzentrums Bär Wolf Luchs, am Freitag erklärte. Die Tiere seien vor allem in Kärnten und Tirol sowie in Niederösterreich heimisch geworden. Es sei davon auszugehen, dass sich die Zahl der Wölfe in den nächsten drei Jahren verdoppeln werde, sagte der Wildtierbiologe Klaus Hackländer von der Universität für Bodenkultur in Wien in der ORF-Nachrichtensendung ZiB2 am Donnerstagabend. Auf ihr Konto gingen nachweislich fast 500 Risse, vor allem von Schafen, Ziegen und einem Rind. (Zuletzt gab es eine Diskussion darüber, ob ein Wolfspaar in Tirol zum Abschuss freigegeben werden sollte - obwohl es Nachwuchs hat.)

Hackländer forderte angesichts dieser Entwicklung forderte ein Umdenken beim Artenschutz. Die strengen Schutzgesetze für den Wolf stammten aus einer Zeit, in der der Bestand gefährdet gewesen sei. Das sei nicht mehr der Fall. „Die Gesetze hinken der Realität hinterher. (...) Wir haben eine streng geschützte Tierart, die eigentlich nicht mehr gefährdet ist“, erklärte Hackländer.

Ein Thema auch in Deutschland: Hier gibt es 157 Wolfsrudel

Ein Abschuss sollte bei Tieren, die ein problematisches Verhalten zeigten, leichter möglich sein. Immerhin lebten auf den österreichischen Almen rund 460.000 meist ungeschützte Nutztiere. Die Freigabe für den Abschuss von zwei Wölfen wurde in Tirol jetzt wieder gestoppt und an die Behörden zurückverwiesen. Auch im Tiroler Landtagswahlkampf ist die Bekämpfung des Wolfs ist auch zum Thema geworden.

Auch in Deutschland gibt es eine emotionale Debatte zum Umgang mit den Tieren. Dort waren zuletzt 157 Wolfsrudel, 27 Wolfspaare und 19 sesshafte Einzelwölfe gemeldet worden. (cg mit Material von dpa)

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