Wünsch Dir was! Zeit für Sternschnuppen-Gucker

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Eine Sternschnuppe über Burg Bukelon in Bulgarien (Archivfoto)

München - Es ist Zeit für Sternschnuppen-Gucker! Bis zum Ostermontag durchquert die Erde den Lyriden-Schauer. Wann die Sternschnuppen am besten zu sehen sind und woher die Wunsch-Legende kommt: die wichtigsten Antworten.

Für Mark Twains Romanhelden Huckleberry Finn waren Sternschnuppen schlecht gewordene Sterne, die Gott auf die Erde zurückwirft. Für die meisten von uns sind sie aber Glücksboten, die unsere sehnlichsten Wünsche erfüllen – wenn wir sie denn sehen. Jetzt ist dafür eine günstige Gelegenheit: Noch bis zum Ostermontag durchquert die Erde den Lyriden-Schauer. Und weil heuer das Feiertagswetter einen nachtklaren Himmel verspricht, besteht für Sterngucker die Möglichkeit, gleich ganz viele Herzenswünsche loszuwerden. 

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Die tz klärt die wichtigsten Fragen zu dem Spektakel: n Wann ist die günstigste Gelegenheit, Sternschnuppen zu zählen?

Der Sternschnuppenstrom der Lyriden ist am besten am 23. April, also in der Zeit zum Karsamstag, zu beobachten. Dann erreicht er seine größte Dichte. Die beste Beobachtungszeit ist etwa eine Stunde nach Mitternacht. Experten rechnen damit, dass dann etwa 20 Sternschnuppen pro Stunde auf die Erde niedergehen.

Wo haben die Lyriden ihren Ursprung?

Ihr Radiant – das ist der Punkt im All, von dem sie auszuströmen scheinen – liegt im Sternbild Leier, (abgeleitet vom griechischen Wort Lyra, daher Lyriden) nahe dessen hellstem Stern Wega. Die Lyriden selbst stammen vom Schweif des Kometen Thatcher, der die Sonne alle 415 Jahre einmal umkreist.

Seit wann gibt es den Lyriden-Strom?

Erstmals beschrieben wurden dieser Sternschnuppenregen 687 vor Christus. Ein chinesischer Beobachter glaubte damals, die Sterne fielen vom Himmel, und hielt seine Beobachtungen aufgeregt fest. Normalerweise sind die Lyriden aber ein eher dünner Meteoritenschauer mit etwas mehr als 18 Sternschnuppen pro Stunde. Allerdings treten unregelmäßig erhöhte Aktivitäten auf: So wurden 1922 bis zu 100 Meteore pro Stunde gesichtet. 1982 wurden sogar über wenige Stunden hinweg Raten zwischen 180 bis 300 gemessen.

Und woher stammt die Legende, dass Sternschnuppen Wünsche erfüllen?

Man mag es den alten Griechen, den Chinesen oder den Arabern zuschreiben – genau ist das nicht geklärt. Einig sind sich die meisten Kulturen darin, dass man seinen Wunsch nicht offenbaren darf, weil er sonst verfällt. Doch nicht in allen Regionen der Welt verheißen die verglühende Kometen tatsächlich etwas Gutes. Für Mongolen sind Meteoritenschauer Nächte des Schreckens – sie glauben nämlich, dass mit jeder Sternschnuppe die Seele eines Verstorbenen gen Himmel fährt. In der Oberfalz brachte man die Sternschnuppen ebenfalls nicht mit Glücksboten in Verbindung: Die Menschen glaubten eher, dass die verglühenden Himmelskörper Dochte seien, die Engel beim Putzen der Sterne fallen lassen. Und nach schwäbischem Glauben sind Sternschnuppen verirrte Sterne, die an ihren Platz am Himmel zurückkehren.

Und die Forscher? Sie wissen erst seit 200 Jahren um die wahre Herkunft der verglühenden Meteoriten. 1794 wies der Physiker und Astronom Ernst Friedrich Florens Chladni aus Halle erstmals nach, dass sie aus dem Weltall stammen. Bis dahin nahmen die Gelehrten an, dass Sternschnuppen lediglich eine Ausdünstung der irdischen Atmosphäre seien.

tz

So enstehen Schnuppen

Sternschnuppen sind nichts anderes als kleine Himmelskörper aus Eisen oder Gestein. Diese Teilchen entstammen meist der Spur eines Kometen, die dieser einst auf seiner Reise um die Sonne hinterlassen hat. Die Erde kreuzt jedes Jahr auf ihrer Bahn diese Schweifspuren. Treffen die Teilchen aus dem Weltraum auf die Erde, dann sind sie rasend schnell. Im Weltall gibt es schließlich keine Reibung, die sie bremsen würden. Dringen diese Teilchen nun in die Erdatmosphäre ein, reiben sie sich an der Lufthülle und glühen durch die Reibungshitze hell auf. Bei  klarem Himmel sind sie dann mit bloßem Auge sichtbar.

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