Minus von 57 Prozent

Bundesregierung: Zahl der Vögel geht dramatisch zurück

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Eine Feldlerche gönnt sich auf einem Ast eine Pause. Einige Vogelarten leiden an einem Mangel an Nahrung und Lebensraum. 

Berlin - Vogelschwärme am Himmel und Gezwitscher in den Bäumen sind für die meisten Menschen eine Selbsverständlichkeit. Doch es fehlt an Nahrung und Lebensraum. Für einige Arten sieht es nicht gut aus.

Die Zahl der Vögel in Deutschland und Europa geht dramatisch zurück. Vor allem Vögel, die in Agrarlandschaften leben, sind zunehmend bedroht.

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hat die Bundesregierung die Zahlen zusammengetragen: Insgesamt ist demnach in der EU die Zahl der Brutpaare in den landwirtschaftlichen Gebieten zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen zurückgegangen, das ist ein Minus von 57 Prozent.

In Deutschland hat etwa der Bestand der Kiebitze zwischen 1990 und 2013 um 80 Prozent abgenommen, die Zahl der Braunkehlchen um 63 Prozent, die der Uferschnepfen um 61 Prozent und die der Feldlerchen um 35 Prozent. Die Zahl der Rebhühner hat zwischen 1990 und 2015 sogar um 84 Prozent abgenommen. Ein Drittel aller Vogelarten zeigte seit Ende der 90er Jahre "signifikante Bestandsabnahmen".

Lemke: "Es droht ein stummer Frühling"

Gründe dafür gibt es viele - das Fehlen geeigneter Lebensräume und das Insektensterben gehören zu den wichtigen. Bei manchen Insektenarten ist der Bestand demnach um bis zu 90 Prozent zurückgegangen. Unkraut- und Insektengifte stellten dabei Studien zufolge einen "relevanten Einflussfaktor" dar, heißt es in der Antwort der Regierung.

"Die Situation der Vögel ist dramatisch", kommentierte die Grünen-Politikerin Steffi Lemke die Zahlen. "Es droht ein stummer Frühling." Der Bundesregierung warf sie vor, zu wenig gegen den Einsatz von Giften und Monokulturen in der Landwirtschaft zu unternehmen.

dpa

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