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Zigaretten-Bann: Erstes Land will komplett rauchfrei werden – mit ungewöhnlichem Konzept

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Von: Franziska Schwarz

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Nahaufnahme: Zahlreiche Zigarettenstummel in einem Aschenbecher vor einem Bürogebäude.
Neuseeland sagt Tabakkonsum den Kampf an. © Monika Skolimowska/dpa

Zigaretten nur noch für die Altvorderen? Wer nicht demnächst 14 wird, wird sein Leben ohne Rauchen verbringen müssen. Zumindest in Neuseeland.

Wellington - Neuseeland will den Zigarettenverkauf verbieten - an zukünftige Generationen. Ziel ist ein rauchfreies Land. Jugendliche die bei Inkrafttreten des geplanten Gesetzes jünger als 14 Jahre seien, könnten in dem Pazifikstaat niemals legal Tabakprodukte kaufen.

Das sagte Vize-Gesundheitsministerin Ayesha Verrall am Donnerstag. Die neuen Regeln sollen voraussichtlich ab Ende 2022 gelten, berichtete die Zeitung „New Zealand Herald“. Das Gesetz trägt den Namen „Smokefree 2025 Action Plan“ (deutsch: Rauchfrei 2025 Aktionsplan).

Neues Tabak-Gesetz in Neuseeland: Verkauf nur bei sehr wenig Nikotin erlaubt

„Wir wollen sicherstellen, dass junge Leute nie mit dem Rauchen anfangen, also machen wir es strafbar, rauchbare Tabakprodukte an Jugendliche zu verkaufen“, sagte Verrall. Dem Plan zufolge können Raucher dann auch nur noch Tabakwaren mit sehr niedrigem Nikotingehalt kaufen.

Rauchen sei die häufigste vermeidbare Todesursache in Neuseeland, so die Politikerin. Die durch das Rauchen verursachten Schäden seien besonders bei den Maori (den Ureinwohnern des Landes) und in Gemeinden mit niedrigem Einkommen spürbar.

Neuseelands Vizegesundheitsministerin: „Historischer Tag für die Gesundheit“

Zudem sollen immer weniger Geschäfte die Erlaubnis erhalten, Tabakwaren anzubieten. „Dies ist ein historischer Tag für die Gesundheit unseres Volkes“, betonte Verrall.

Verrall kündigte auch Maßnahmen an, um Rauchern bei der Entwöhnung zu helfen. „Wenn wir verhindern, dass Menschen mit dem Rauchen anfangen, und denen, die rauchen, beim Aufhören helfen, decken wir beide Enden des Spektrums ab“, sagte sie. Kritiker warnten aber bereits, dass ein Verbot den illegalen Handel auf dem Schwarzmarkt anheizen werde. (dpa/frs)

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