„Wollte einfach nicht trinken“

Elefantenbaby-Drama in deutschem Zoo: „Musste ihn erlösen“

Der kleine Elefantenbulle trinkt nach der Geburt im Zoo Osnabrück zunächst aus einer Flasche.
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Der Zoo in Osnabrück trauert um das eingeschläferte Elefantenbaby.

Der Zoo Osnabrück trauert um ein Elefantenbaby. Das Neugeborene musste nur wenige Tage nach der Geburt eingeschläfert werden.

Osnabrück - Erst im Dezember wurde im Zoo Osnabrück ein Elefantenbaby geboren. Der asiatische Elefantenbulle bekam den Namen Yaro und wurde direkt von der Herde aufgenommen. Das Elefantenbaby war das erste im Zoo Osnabrück gezeugte Elefantennachwuchs. Er wurde der Elefantenkuh Douanita geboren, ihr sechstes Baby. Auch ihre Elefantentochter Sita war zu diesem Zeitpunkt schon hochschwanger. Ihr Elefantenbaby kam am 11. Februar zur Welt, für die Elefantenkuh war es die erste Geburt. Doch der kleine Elefantenbulle musste nur wenige Tage nach seiner Geburt, am 16. Februar, eingeschläfert werden.

Zoo Osnabrück: Elefantenbaby hatte bewusst noch keinen Namen bekommen

„Der kleine Bulle kam am vergangenen Donnerstag (11. 2.21, Anm.d.Red.) zur Welt, aber er wollte einfach nicht bei seiner Mutter trinken, hatte nun bereits starken Durchfall und wurde immer schwächer“, sagte der zoologische Leiter Andreas Wulftange gegenüber der dpa. „Wir haben alles versucht, auch mit Unterstützung vieler Experten, aber nun mussten wir unsere Verantwortung wahrnehmen, damit das Tier nicht unnötig leidet.“

Das Tier hatte bewusst noch keinen Namen bekommen: „Wir hatten uns 22 Monate auf den Kleinen gefreut. Wir haben ihm extra noch keinen Namen gegeben, weil die Bindung sonst noch größer und eine derartige Entscheidung noch schwerer wird“.

Zoo Osnabrück: Neugeborenes Elefantenkind wurde von Herde verstoßen

Das Elefantenkind musste eingeschläfert werden, da es einfach nicht zu seiner Mutter wollte. Schon direkt nach der Geburt verhielt sich die Elefantenherde verdächtig: Das Neugeborene sei in einer Ecke des Elefantenhauses gestanden, während sich der Rest der Herde in einer anderen Ecke aufgehalten habe. Im Normalfall würde sich die Mutter sofort um das Baby kümmern und ihm auch nicht von der Seite weichen.

Der zoologische Leiter Wulftange erklärt: „Wenn Elefanten in der Natur nicht trinken, verhungern sie. Dort ist niemand, um ihnen zu helfen. Hier im Zoo können wir immer ein wenig gegensteuern. Aber wenn es nicht weiter geht, ist das letzte, was wir tun können, dem Kleinen die Qualen eines Hungertodes zu ersparen und ihn zu erlösen“. Das sei für alle Beteiligten ein schwerer Schritt gewesen. (jh)

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