Blitzeinbrecher-Bande festgenommen

München - Monatelang wurde international ermittelt, in den letzten Tagen und Wochen schlug die Polizei dann zu: Die Blitzeinbrecherbande ist gefasst. Auf ihr Konto gehen unter anderem drei Einbrüche in Oberbayern.

Das Panzerglas hielt die Einbrecher nicht ab. Genauso wenig wie der Aufkleber auf der Scheibe des Starnberger Juweliergeschäfts „Panzerglas, Einbruch lohnt nicht“. Mit einer Flex schnitten die rumänischen Diebe im Juli 2011, mitten in der Nacht, die Scheibe des Juweliers auf und klauten innerhalb weniger Minuten Uhren im Wert von 50 000 Euro.

Ein Jahr zuvor bereits hatten Täter ein anderes Starnberger Juweliergeschäft ausgeraubt (120 000 Euro Beute), auch ein Einbruch in einem Holzkirchner Juwelierladen im Februar 2010 (5000 Euro Sachschaden) ging auf ihr Konto. In einer international angelegten Aktion konnte die Polizei nun die Täter überführen. Die Einbrecher in Starnberg und Holzkirchen waren Mitglieder einer rumänischen Bande, bestehend aus mindestens 16 Personen, die die Polizei in Österreich, der Schweiz, Rumänien und Italien festnahm. Ihnen werden insgesamt 18 Einbrüche in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugerechnet, bei denen über 200 Markenuhren und Schmuckstücke im Wert von rund einer Million Euro geklaut wurden.

„Das Schema war dabei immer gleich“, sagte ein Sprecher der österreichischen Polizei. Die Diebe kamen in der Nacht, brachen die Auslagen der Geschäfte entweder mit einer Flex, einem Pickel oder einem Vorschlaghammer auf – und verschwanden sofort wieder in der Dunkelheit. Als Drahtzieher der Bande gilt ein 44-jähriger Rumäne. In der rumänischen Stadt Drobeta Turnu Severin rekrutierte er nach Aussage der österreichischen Polizei seine Handlanger, die allesamt zwischen 16 und 29 Jahre alt sind. Er soll die Einbrüche geplant und vorbereitet haben.

Nach Aussage eines geständigen Bandenmitglieds versorgte er die Männer teilweise mit Heroin und Marihuana. Ob er sie so gefügig machte oder sie für weitere Einbrüche an sich binden wollte, ermittelt die Polizei gerade. Einige der Festgenommenen gaben an, die Taten unter Drogeneinfluss begangen zu haben.

Der 44-Jährige wurde bereits im April auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls der Münchner Staatsanwaltschaft II nach Deutschland ausgeliefert. Der Rumäne schweigt bislang zu den Vorwürfen. Seit April nahm die Polizei in Österreich und der Schweiz immer wieder Mitglieder der Bande fest. Aufgrund ihrer Aussagen gewannen die Beamten Hinweise auf andere Mitglieder, reihenweise wurden daraufhin europäische Haftbefehle ausgestellt. Zuletzt wurden vergangene Woche drei Rumänen bei dem Versuch geschnappt, in einen oberösterreichischen Juwelierladen einzubrechen.

Als Grundlage der internationalen Ermittlungen, die die österreichische Polizei führte, dienten DNA-Spuren, Fingerabdrücke und Zeugenaussagen. Über Monate hinweg arbeiteten die verschiedenen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizeien der verschiedenen Länder zusammen.

Drei verdächtige Männer befinden sich derzeit noch auf der Flucht. Auch von den Uhren und dem Schmuck fehlt jede Spur.

„Wir gehen mittlerweile davon aus, dass die Beute nach Rumänien gebracht und dort auf dem Schwarzmarkt verhehlt wurde“, sagte ein Polizeisprecher.

Patrick Wehner

Rubriklistenbild: © dpa

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