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Vater kuschelt im Zug mit seinem Sohn: Nach Notruf nimmt die Polizei ihn fest

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Polizei nimmt Vater in Zug fest (Symbolfoto).
Polizei nimmt Vater in Zug fest (Symbolfoto). © Martin Schutt/dpa

Auf einer Zugfahrt knuddelt und küsst sein Vater seinen Sohn. Eine Mitreisende wählt den Notruf und alarmierte die Polizei. Der Mann wird noch im Zug vorläufig festgenommen.

Hamburg - Vom Rostock nach Hamburg mit dem Regionalexpress dauert es fast drei Stunden. So eine Zugfahrt kann endlos und langweilig sein. Ein Vater (55) hatte mit seinem Sohn (7) zusammen Spaß. Die beiden tobten, der Mann knuddelte sein Kind - auch Küsschen wurden verteilt. Ein Verhalten, das offenbar nicht allen Bahnreisenden im Zug gefiel. Eine Frau alarmierte die Polizei. Dann stoppte der Zug und zwei Polizeibeamte nahmen den Vater vorläufig fest. Das berichtet die MOPO.

Demnach sei die Zugfahrt am vergangenen Sonntag plötzlich „angeblich wegen technischer Probleme“ unterbrochen worden. Beamte der Bundespolizei betraten demnach das Abteil und baten Vater und Sohn mitzukommen. Eine Frau im Zug habe die Polizei verständigt, weil ihr das körperliche Vater-Sohn-Verhältnis komisch vorgekommen wäre.

„Die haben mich behandelt, als wäre ich Pablo Escobar“, sagt der Vater im Gespräch mit der MOPO. Und weiter: „Ich wusste überhaupt nicht, was die von mir wollen. Alle anderen Fahrgäste haben mich angeschaut.“ Irgendwann wurde ihm dann erklärt, dass es Hinweise für sexuelle Belästigung gegen seinen Sohn geben soll. „Ich dachte, ich höre nicht richtig“, sagt er. Der 55-Jährige reagiert fassungslos auf die Vorwürfe. Es sei alles ganz normal gewesen, beteuert er.

„Mein Sohn und ich haben miteinander gespielt und auch gekuschelt. Ich habe ein sehr liebevolles Verhältnis zu meinem Sohn. Es ist normal, dass wir uns umarmen und drücken“, erklärt der Vater. „Das waren keinerlei sexuelle Handlungen, es war auch keine nackte Haut im Spiel“.

Vater kuschelt mit Sohn im Zug - Polizei Rostock geht „Verdacht einer Straftat“ nach

Die Polizei ermittelte dennoch in der Sache. Es gäbe einen Verdacht einer Straftat, hieß es. Laut der MOPO habe die unbekannte Zeugin am Telefon angegeben, dass der Siebenjährige sexuelle Handlungen an seinem Vater vorgenommen haben soll.

„Der Verdacht hat sich aus polizeilicher Sicht nicht bestätigt“, teilt Ellen Klaubert Polizeisprecherin des Polizeipräsidiums in Rostock auf Anfrage von Merkur.de am Donnerstag (16. September) mit. „Die Staatsanwaltschaft entscheidet jetzt über das weitere Vorgehen.“

Vater schockiert über Missbrauchsvorwürfe

War alles nur ein Missverständnis? Laut der Ex-Partnerin sollen dem Bericht zufolge Vater und Sohn ein völlig normales Verhältnis haben. Die Vorwürfe der Mitreisenden seien überhaupt nicht haltbar, versicherte sie demnach der Polizei.

Der Vater ist schockiert über den Missbrauchsvorwurf. Der Polizei-Einsatz und die Anzeige habe ihn in eine unangenehme Situation gebracht, berichtet rtl.de. Für den 55-Jährigen sei es völlig normal, dass ein Vater und sein Sohn miteinander kuscheln. „Ich will nicht, dass anderen Vätern das Gleiche passiert“, sagte er noch zu rtl.de. Nach diesem Vorfall würde er sich von Reisen mit seinem Sohn nicht abhalten lassen. *Merkur.de und *tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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