Aufwändige und komplizierte Ermittlungen

Ursache für Zugunglück noch nicht geklärt

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Wie ist es zu dem Unglück gekommen? Die Frage bleibt noch offen. 

Bad Aibling - War menschliches Versagen der Grund für das schreckliche Zugunglück? Die Ermittler können diese Spekulation nicht bestätigen. Derweil läuft die Ursachen-Forschung weiter. 

Einen Tag nach dem schweren Zugunglück in Oberbayern mit zehn Toten ist die Unglücksursache weiter unklar geblieben. Die Ermittler wollten dazu am Mittwoch keine Aussagen machen. Medienberichten zufolge war die Ursache für den Unfall bei Bad Aibling womöglich menschliches Versagen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) brachte bei einem Besuch an der Unglücksstelle seine Betroffenheit zum Ausdruck.

Zwei Regionalzüge mit etwa 150 Fahrgästen waren am Dienstagmorgen bei Bad Aibling in Oberbayern auf eingleisiger Strecke frontal zusammengeprallt und hatten sich ineinander verkeilt. Bei dem Unglück kamen zehn Menschen ums Leben. 17 Fahrgäste wurden schwer und 63 leicht verletzt.

Zehn Tote, darunter neun Männer

Nachdem zunächst noch ein elftes Todesopfer in den Zugtrümmern vermutet worden war, konnten die Einsatzkräfte am Dienstagmorgen dazu Entwarnung geben. Überprüfungen hätten ergeben, dass niemand mehr vermisst werde, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern mit. Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter war demnach aber "nach wie vor ernst".

Polizei: Kein Vermisster mehr nach Zugunglück in Oberbayern

Unter den zehn Toten waren den Angaben zufolge neun Männer im Alter zwischen 24 und 59 Jahren. Alle stammen demnach aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Bei einem Opfer stehe die Identität noch nicht sicher fest. Auch bei den Verletzten handele es sich fast ausschließlich um Erwachsene, die überwiegend aus der Region kämen.

Ermittler bestätigen menschliches Versagen als Ursache noch nicht

Zur möglichen Ursache für das Zugunglück wollten sich die Ermittler nicht äußern. Aussagen zur Unglücksursache "können und werden'" seitens der Behörden derzeit nicht getroffen, erklärte das Polizeipräsidium. Die Ermittlungen würden "kompliziert, aufwändig und zeitraubend". Auch Bayerns Ministerpräsident Seehofer sagte, er werde nicht die "geringste Spekulation" anstellen.

In Zeitungsberichten war davon die Rede, dass das Unglück womöglich auf menschliches Versagen zurückzuführen sei. Nach den vorläufigen Ermittlungen von Bundespolizei und Eisenbahnbundesamt verdichteten sich Hinweise darauf, dass der Fahrdienstleiter im Stellwerk den beiden aufeinander zu fahrenden Zügen gleichzeitig die Einfahrt in den Streckenabschnitt erlaubt habe, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine gut informierte Quelle.

Bergungsarbeiten mit Spezialkran laufen

Zuvor hatte bereits das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, Grund für das Unglück sei offenbar eine "verhängnisvolle Fehlentscheidung" eines Bahnmitarbeiters gewesen. Dieser soll demnach das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt haben, um einen verspäteten Triebwagen noch "quasi von Hand durchzuwinken". Der entgegenkommende Zug habe ebenfalls grünes Licht bekommen.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer besuchte am Mittwoch begleitet unter anderem von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) den Unglücksort. Er traf dabei auch mit Einsatzkräften und Verletzten des Unglücks zusammen. Es handele sich um eine "furchtbare Tragödie", sagte der Landesregierungschef danach. Er bescheinigte zugleich den Einsatzkräften, dass sie eine "hervorragende Arbeit" geleistet hätten.

An der Unglücksstelle liefen derweil die Bergungsarbeiten an. Dabei kommt nach Angaben der Deutschen Bahn unter anderem ein Spezialkran zum Einsatz, der eine Tragkraft von 160 Tonnen besitzt. Auch Bahn-Chef Rüdiger Grube besuchte die Unglücksstelle. "Wir alle bei der Deutschen Bahn sind tief bestürzt und erschüttert", erklärte er.

Die Neuigkeiten rund um das Zugunglück in Bad Aibling gibt es im Ticker

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