Schizophrene Tante hatte die Idee

Zweijährige stirbt bei Exorzismus-Ritual

Kuala Lumpur - Weil sie dachten, ihre zweijährige Tochter wäre besessen, hat eine Familie in Malaysia ein Exorzismus-Ritual durchgeführt. Dabei starb das Kind, die Eltern kamen vors Gericht.

Das Kind war im August 2012 erstickt worden, als es von sieben Verwandten und der Hausangestellten unter einer Decke festgehalten wurde. Die "sehr religiösen" Buddhisten seien überzeugt gewesen, dass das kleine Mädchen besessen sei, sagte der Anwalt der Familie, Ang Chun Pun. "Sie wollten dem Kind helfen (...) Aber die Gebetssitzung ging viel zu weit."

Die Eltern des Kindes wurden von einem Gericht in Malaysia zu jeweils einem Jahr Haft verurteilt. Das Hohe Gericht im Bundesstaat Penang im Norden des Landes verurteilte am Freitag auch einen Onkel des kleinen Mädchens zu einem Jahr Freiheitsentzug. Eine 41-jährige Tante wurde in eine psychiatrische Anstalt überwiesen. Die an Schizophrenie leidende Frau soll die anderen Familienmitglieder angestiftet haben, eine "Gebetssitzung" abzuhalten.

Ursprünglich hatten die Angeklagten auf nicht schuldig plädiert. Im Laufe des Prozesses gaben sie aber die Tat zu, die im Haus der Familie in der Stadt Bukit Mertajam begangen wurde. Auf ein solches Delikt steht in Malaysia eine Höchststrafe von zwei Jahren Gefängnis.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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