2010 könnte Rentnern wieder Nullrunde bringen

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2010 könnte Rentnern wieder Nullrunde bringen.

Berlin - Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr wahrscheinlich auf eine Nullrunde einstellen. Die Kurzarbeit drückt die Reallöhne. 

Grund: Wegen der massenhaften Kurzarbeit dürfte die für die Rentenberechnung maßgebliche Lohnsumme voraussichtlich zurückgehen. Da dann die kürzlich beschlossene Schutzklausel gegen eine Rentenkürzung greift, bleibt - nach den Regeln der Logik - nur eine Renten-Nullrunde. Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) wurde diese Einschätzung auf dpa-Anfrage am Donnerstag als “Spekulation“ zurückgewiesen.

Es sei für Aussagen viel zu früh, da die für die Berechnung der nächsten Rentenanpassung notwendigen Daten erst im kommenden Frühjahr vorlägen. Es zeichnet sich aber bereits ab, dass die zuletzt teilweise kräftigen Tariflohnsteigerungen nicht oder nur zu einem Teil bei den Beschäftigten ankommen, etwa, weil Zulagen abgeschmolzen werden.

Auch die Einkommensverluste vieler Kurzarbeiter drücken die Realeinkommen: Für die ersten zwei Quartale wurden bereits Minus-Werte von 0,4 und 1,2 Prozent errechnet. Dass selbst bei einem leichten Lohnzuwachs eine Rentenerhöhung 2010 kaum in Sicht ist, dafür sorgen die anpassungsdämpfenden Faktoren in der Rentenformel: Experten gehen davon aus, dass der Riester- und der Nachhaltigkeitsfaktor Lohnzuwächse bis etwa ein Prozent komplett “auffressen“. Erst wenn die Steigerungen darüber liegen, könnte für die Rentner eine Mini-Erhöhung herauskommen.

Anfang Juli, also mitten in der Krise, hatten die Rentner die höchste Rentensteigerung seit mehr als zehn Jahren erhalten: Im Osten um 3,4 Prozent, im Westen um 2,4 Prozent. Dazu beigetragen hat, dass der Riesterfaktor für zwei Jahre - darunter für das Wahljahr 2009 - von der großen Koalition ausgesetzt worden war. Renten-Nullrunden hatte es zuletzt in den Jahren 2004 bis 2006 gegeben.

Von Günther Voss, dpa

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