2011 haben wir sogar weniger im Portemonnaie

Im kommenden Jahr haben die Bürger laut Experten möglicherweise weniger Geld im Portemonnaie als 2010.

Berlin - Der Aufschwung in Ehren - entscheidend ist, was unterm Strich übrig bleibt. Und da sieht es für die Bürger 2011 nach Hochrechnungen von Experten nicht so vielversprechend aus.

Die Deutschen werden im kommenden Jahr im Schnitt wohl weniger Geld im Portemonnaie haben. Steuerlich werden sie zwar etwas entlastet, da Aufwendungen für die Altersvorsorge besser abgezogen werden können. Doch diese Effekte werden durch die höheren Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse und für die Arbeitslosenversicherung aufgehoben - vor allem für die unteren und mittleren Einkommen. Unterm Strich werden die Bundesbürger bis zu 94 Euro weniger Netto in der Tasche haben, berechnet der Bund der Steuerzahler.

Zusätzliche Belastungen kommen auf die Verbraucher zudem durch steigende Kosten für Energie und Flugreisen hinzu. Auch für Tickets in Verkehrsverbünden muss ab 1. Januar in einigen Regionen mehr gezahlt werden. Auch wenn Konjunkturforscher davon ausgehen, dass die Kaufkraft der Konsumenten durch steigende Einkommen insgesamt wächst, wird der Einzelne 2011 wohl weniger in seine Lohntüte vorfinden. Experten des Steuerzahlerbundes rechneten aus, dass eine Familie mit einem Kind bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 2500 Euro im Jahr fast 94 Euro weniger in der Tasche haben wird.

Hierfür verschwendet der Staat unsere Steuergelder

Hierfür verschwendet der Staat unsere Steuergelder

Bei einem Bruttoverdienst von 3000 Euro sind das noch rund 80 Euro weniger, bei einem Spitzeneinkommen von 8000 Euro hingegen nur knapp 17 Euro. Wer nur 1000 Euro Brutto verdient, hat aber immer noch eine Mehrbelastung von 48 Euro. Auch Singles werden weniger zur Verfügung haben. Für einen Alleinstehenden ohne Kinder rechnen die Experten bei einem Bruttoeinkommen von 2500 Euro mit einem Minus von 56 Euro. Bei 3500 Euro wären das sogar 62 Euro weniger. Wer 8000 Euro brutto verdient, hat aber nur noch eine jährliche Mehrbelastung von etwas mehr als einem Euro.

Zum Jahreswechsel bekommen die Bundesbürger die Sparpolitik der Bundesregierung und die gesetzliche Schuldenbremse zu spüren. So steigt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung von 2,8 auf 3,0 Prozent. Bei 2500 Euro Monatseinkommen muss der Beschäftigte 2,50 Euro mehr bezahlen, seine Firma ebenfalls. Für die 50 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung erhöht sich der Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Anstieg belastet Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit jeweils 0,3 Prozentpunkten zusätzlich.

dpa

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