Sechs wichtige Branchen im Fokus

So viel Rente gibt’s 2040 in Ihrer Region wirklich!

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München - Das Forschungsinstitut Prognos hat berechnet, wie es um die gesetzliche Rente im Jahr 2040 bestellt ist – und zwar jenseits des statistischen Durchschnitts. Die Prognose für Oberbayern!

Wie hoch fällt wohl meine Rente später aus? Und wie viel kann ich mir damit noch leisten? Das fragen sich viele Deutsche. Das Forschungsinstitut Prognos hat im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berechnet, wie es um die gesetzliche Rente im Jahr 2040 bestellt ist – und zwar jenseits des statistischen Durchschnitts.

Denn der Durchschnittsrentner, im Fachjargon „Eckrentner“ genannt, ist ein theoretisches Konstrukt. Er geht mit 67 Jahren in Rente und verdient ein Leben lang das Durchschnittseinkommen. In der Realität arbeiten Menschen aber auch mal Teilzeit, unterbrechen die Erwerbstätigkeit für die Kindererziehung oder schlagen sich mit Minijobs durch. Sie werden zeitweise arbeitslos oder krank. Prognos hat deshalb für ausgewählte Frauen- und Männerberufe typische Erwerbsbiografien aus den Daten der Deutschen Rentenversicherung abgeleitet. So zeigt sich, mit wie viel Bruttorente ein Lohnbuchhalter, ein Elektroinstallateur oder eine Verkäuferin mit zwei Kindern tatsächlich rechnen kann.

Für Oberbayern geht Prognos bis 2040 von einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent pro Jahr aus. Gemessen am Bundesdurchschnitt (1,3 Prozent) fällt die Rente in vielen Landkreisen damit vergleichsweise hoch aus. Das Bild relativiert sich allerdings, wenn man die Unterschiede in der regionalen Kaufkraft berücksichtigt. Denn 1000 Euro Rente in München und 1000 Euro Rente in Rostock sind nicht gleich viel wert. Das wird am Beispiel Wohnen besonders deutlich: Die Mieten im Raum München sind hoch. Von der Rente bleibt nach Abzug der Wohnkosten oft nicht mehr viel übrig. An der Ostsee ist die Kaufkraft von 1000 Euro Rente hingegen sogar höher als im Bundesdurchschnitt.

München Stadt, Starnberg und München Land zählen 2040 sogar zu den Kreisen mit der niedrigsten Rentenkaufkraft in ganz Deutschland. Doch auch innerhalb Oberbayerns unterscheiden sich die Lebenshaltungskosten. Prognos hat dem Münchner Merkur exklusiv Daten zur Verfügung gestellt, die zeigen, wie viel man sich von seiner Rente in Freising, Miesbach oder Starnberg in Zukunft tatsächlich noch leisten kann. So viel Rente gibt’s wirklich!

Elektroinstallateur: Der Elektroinstallateur steigt früh ins Berufsleben ein und absolviert mit Anfang 20 ein Jahr Zivildienst. Zweimal bezieht er während seiner Berufslaufbahn Arbeitslosengeld – mit Ende 30 für wenige Monate, mit Mitte 50 erneut. Für wenige Jahre liegt sein Einkommen über dem Bundesdurchschnitt. In Rente geht er mit 65.

Entwicklungsingenieur: Nach Abitur, Zivildienst und Studium nimmt der Entwicklungsingenieur mit 25 Jahren seinen ersten Job an. Sein Einkommen steigt bis Anfang 40 stark an, zeitweise liegt es beinah 100 Prozent über dem Durchschnittseinkommen. Im Jahr 2040 geht der Entwicklungsingenieur im Alter von 66 Jahren in Rente.

Lohnbuchhalter: Mit 20 lernt der Lohnbuchhalter das Berufsleben kennen. Nach einem Jahr verlässt er seinen ersten Arbeitsplatz und leistet Wehrdienst. Mit 25 besucht er eine Fortbildung, sein Gehalt steigt danach kontinuierlich an bis Anfang 40. Mit Mitte 50 fällt er krankheitsbedingt einige Monate aus. In Rente geht er mit 67.

Teamleiterin (ohne Kinder): Nach der Ausbildung startet die Teamleiterin im Alter von 21 Jahren ihre Karriere. Ohne Unterbrechung ist sie bis zur Rente mit 67 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dabei steigt ihr Einkommen langsam bis Anfang 50. In ihren letzten Berufsjahren verdient sie rund 70 Prozent mehr als der Durchschnitt der Deutschen.

Verkäuferin (2 Kinder): Mit 19 nimmt die Verkäuferin ihren ersten Job an. Zwischen ihrem 27. und 33. Lebensjahr bringt sie zwei Kinder zur Welt. Zeitweise jobbt sie während der Kindererziehungszeit. Mit Ende 30 ist sie erneut sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit Ende 40 verliert sie ihren Job und ist ein Jahr lang arbeitslos. Im Alter von 65 geht sie in Rente.

Sozialpädagogin (2 Kinder): Nach dem Studium steigt die Sozialpädagogin mit 23 in den Job ein. Im Alter von 27 bekommt sie ihr erstes Kind und bleibt ein Jahr zu Hause. Auch beim zweiten Kind mit 32 unterbricht sie die Erwerbstätigkeit für ein Jahr. Mit Mitte 30 bezieht sie kurze Zeit Arbeitslosengeld. In Rente geht die Sozialpädagogin mit 67 Jahren.

Manuela Dollinger

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