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2G Plus in Seilbahnen: Dehoga Bayern warnt: „Weihnachtssaison massiv in Gefahr“

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Von: Thomas Schmidtutz

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Wintersportler auf dem Fellhorn bei Oberstdorf im Allgäu: Wegen der verschärften Corona-Maßnahmen in Seilbahnen fürchten die bayerischen Hoteliers um das wichtige Weihnachtsgeschäft.
Wintersportler auf dem Fellhorn bei Oberstdorf im Allgäu: Wegen der verschärften Corona-Maßnahmen in Seilbahnen fürchten die bayerischen Hoteliers um das wichtige Weihnachtsgeschäft. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die verschärfte Pandemie-Lage sowie die neuen 2G-Regeln für die Gastronomie und Hotellerie in Bayern haben die Branche schwer getroffen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die Merkur.de exklusiv vorliegt.

München – Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat angesichts der verschärften Corona-Bestimmungen für Seilbahnen und Liftanlagen im Freitstaat Alarm geschlagen: „Für viele Beherbergungsbetriebe in Südbayern ist die Weihnachtssaison damit massiv in Gefahr“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Dehoga Bayern, Thomas Geppert, am Montag gegenüber Merkur.de*.

Nach den Vorgaben der bayerischen Staatsregierung gilt in Seilbahnen oder im Lift derzeit 2G Plus. Damit dürfen im Freistaat nur Gäste transportiert werden, die geimpft und genesen und zusätzlich getestet sind. Die Regeln bedeuteten einen Lockdown durch die Hintertüre, hatte der Präsident des Verbands Deutscher Seilbahnen (VDS), Matthias Stauch, erst am Donnerstag gesagt, und vor einem „Todesstoß“* für die Liftbetreiber gewarnt.

Warnhinweis: Seit dem 24. November gilt in Hotels und Gaststätten in Bayern 2G. Die verschärften Vorgaben haben zahlreiche Betriebe schwer getroffen.
Warnhinweis: Seit dem 24. November gilt in Hotels und Gaststätten in Bayern 2G. Die verschärften Vorgaben haben zahlreiche Betriebe schwer getroffen. © Frank Hoermann / Imago

Auch die Betreiber von Hotels und Pensionen fürchten erhebliche Auswirkungen auf ihr Geschäft. „Die verschärften Regelungen in den Seilbahnen bringt auch unsere Betriebe in enorme Schwierigkeiten“, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Geppert am Montag. Viele Skifahrer würden von den Bestimmungen abgeschreckt. Daher appelliere man an die Staatsregierung „dringend“, bei den Vorgaben nachzubessern.

2G in Hotels und Gaststätten: Massive Umsatzverluste im November

Unterdessen trübt sich die Lage für Hotels und Gaststätten in Bayern erneut drastisch ein. Nach einer bislang unveröffentlichten Mitglieder-Umfrage des Dehoga Bayern, die Merkur.de* vorliegt, lagen die Umsätze im November um 46 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau vom November 2019. Im Dezember dürfte das Minus „mindestens genauso groß ausfallen, wenn nicht noch größer“, warnte Geppert auf Anfrage.

Dabei hatte sich die wirtschaftliche Lage der Betriebe mit dem Ende des Lockdown im Frühjahr gerade erst wieder etwas aufgehellt. Doch angesichts der verschärften Pandemie-Lage und den jüngsten Beschlüssen der Bayerischen Staatsregierung von Mitte November geht es nun wieder steil bergab. „Die neuen Regeln haben im November faktisch zu einer Vollbremsung geführt“, sagte Geppert.

Corona-Pandemie: Klare Mehrheit für Impfpflicht

Seit dem 24. November gilt in Hotels und Gaststätten in Bayern die 2G-Pflicht. Die Regelung ist zunächst bis zum 15. Dezember begrenzt. Allerdings erscheint es wegen der weiterhin hohen Inzidenzen derzeit wenig wahrscheinlich, dass die Bestimmungen dann erneut gelockert werden. So lag die 7-Tage-Inzidenz im Oberallgäu am Montag (6. Dezember) bei rund 606. Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen oder im Berchtesgadener Land war die Pandemie-Lage mit Werten von 744 bzw. 761 derzeit noch angespannter.

Angesichts der jüngsten Entwicklung ist inzwischen eine deutliche Mehrheit der Mitgliedsunternehmen für eine Impfpflicht. Danach erklärten 68,9 Prozent der Betriebe, sie seien für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, 26,3 Prozent der Befragten lehnte dies hingegen ab. Insgesamt nahmen 1321 Beherbergungs- und Gastronomie-Betriebe aus Bayern an der Umfrage teil. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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