35 % mehr Rente: Das steckt dahinter

Berlin - Diese Zahl schlägt ein wie eine Bombe! 35 Prozent mehr Rente – allerdings erst im Jahr 2025. Diese Rechnung legt jedenfalls die Bundesregierung in ihrem neuesten Rentenversicherungsbericht vor. Was steckt dahinter?

Dabei haben Experten aus dem Arbeitsministerium von Ursula von der Leyen berechnet, wie sich die Einkommen in Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln werden und was das für die Zahlungen der Deutschen Rentenversicherung heißt. Die tz erklärt, was die Zahlen wirklich bedeuten:

Wie stark sollen die Renten steigen? Bis 2025 sollen die Altersbezüge um 35 Prozent ansteigen. Pro Jahr bedeutet das einen Anstieg von über zwei Prozent.

Woher stammen die Zahlen? Aus dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung. In dem Papier rechnet die Regierung jährlich verschiedene Szenarien zur kurz- oder langfristigen Rentenentwicklung durch. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums: „Hierbei handelt es sich um Modellrechnungen. Das sind keine Prognosen, keine Versprechungen und auch keine Drohungen.“

Und mit welchen Zahlen rechnen die Experten in ihrem Modell? Die Renten orientieren sich jeweils an der Lohnentwicklung des Vorjahrs. Die Experten rechnen in ihrem Rentenversicherungsbericht damit, dass die (West-) Löhne von 2016 bis 2025 um jeweils 2,9 Prozent pro Jahr klettern – und dass sich die Beschäftigung in einem mittleren Pfad entwickelt. Die Experten gehen in dem Bericht davon aus, dass das durchschnittliche Bruttoeinkommen in den nächsten Jahren steigen wird: von aktuell 32 197 Euro im Jahr auf 47 209 Euro im Jahr 2025.

Steigt auch das Rentenniveau? Nein! Im Gegenteil: „Das Sicherungsniveau vor Steuern sinkt von 50,2 Prozent im Jahr 2011 auf 47,8 Prozent im Jahr 2020 und weiter auf 46,2 Prozent im Jahr 2025 ab“, heißt es im Bericht der Regierung. Der Bericht wird deutlich: „Der Rückgang des Sicherungsniveaus vor Steuern macht deutlich, dass die gesetzliche Rente zukünftig alleine nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen.“ Die Versicherten sollen diese Lücke selber schließen – etwa mit der staatlich geförderten, freiwilligen Riester-Versicherung. Das Ganze ist politisch so gewollt – denn in Zukunft gibt es in Deutschland immer mehr Rentner.

Wie geht es mit den Rentenversicherungsbeiträgen weiter? Sie werden zunächst sinken, da die Rentenversicherung mittlerweile über sehr ordentliche Rücklagen verfügt. Im kommenden Jahr sinkt der Beitrag von 19,9 auf 19,6 Prozent. Die Freude ist aber nicht von langer Dauer. Für das Jahr 2025 geht die Bundesregierung im günstigsten Fall von 20,4 Prozent aus – im ungünstigsten Fall wären aber 21,3 Prozent fällig! Laut Gesetz darf der Beitrag bis 2020 nicht über 20 Prozent steigen, bis 2030 muss er unterhalb von 22 Prozent verharren.

Wie entwickelt sich die Rente denn im nächsten Jahr? 2012 erwartet die Ruheständler ein Plus von 2,29 Prozent – laut Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung. Offiziell wird der Wert aber erst im kommenden Frühjahr festgelegt, wenn die für die Berechnung notwendigen Arbeitsmarktdaten vorliegen.

Wieviel ist ein Rentenpunkt derzeit wert? In West-Deutschland 27,47 Euro – so viel bekommt ein Durchschnittsverdiener für ein Jahr, in dem er in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Im Jahr 2025 soll dieser Wert auf stolze 37,06 Euro steigen.

M. Kniepkamp

Rubriklistenbild: © dpa

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