Obwohl noch 1000 junge Menschen suchen

9300 Lehrstellen in Bayern unbesetzt

Nürnberg - In Bayern suchen noch rund 1000 junge Menschen einen Ausbildungsplatz - doch es gibt auch knapp 9300 offene Lehrstellen. Sind Nachwuchskräfte aus dem Ausland eine Lösung?

Viele Lehrstellen in Bayern sind unbesetzt. Aber auch die Zahl der Bewerber ohne Ausbildungsplatz ist gestiegen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Behörde appellierte an die Flexibilität der Bewerber; für die Wirtschaft brachte sieNachwuchskräfte aus dem Ausland ins Spiel.

Ende September waren demnach 1045 junge Menschen ohne Ausbildungsvertrag, im Jahr zuvor waren es lediglich 708. Den Arbeitsagenturen waren Ende September knapp 9300 offene Lehrstellen gemeldet. Angesichts dieser hohen Zahl werde man alle Chancen nutzen, um junge Menschen ohne Lehrstelle bis zum Jahresende doch noch zu vermitteln, sagte Behördenchef Ralf Holtzwart. „Wichtig ist hier die Bereitschaft und Flexibilität der Bewerber, Alternativen zum Wunschberuf zu entwickeln und falls erforderlich auch einen Umzug in Kauf zu nehmen.“

Den Unternehmen fehle oft geeigneter Nachwuchs, sagte Holtzwart: „Die Nachfrage nach Nachwuchskräften der Wirtschaft übersteigt schon heute die Zahl an gemeldeten Bewerbern. Für die Unternehmen wird es künftig zunehmend schwieriger werden, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen.“ Daher werde es immer wichtiger, auch junge Menschen aus dem Ausland für eine Ausbildung im Freistaat zu gewinnen. „Hierbei genügt es nicht, den Jugendlichen eine Lehrstelle zu vermitteln. Wir müssen sie bestmöglich vor Ort unterstützen und begleiten, damit der neue Ausbildungsort auch ein neues Zuhause werden kann“, mahnte Holtzwart.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern nimmt die Unternehmen in die Pflicht. „Viele Betriebe sind nicht ausbildungsreif. Sie müssen die Qualität ihrer Ausbildung verbessern und dürfen sich nicht nur die Rosinen unter den Azubis herauspicken“, forderte Bayerns DGB-Chef Matthias Jena. „Manche Betriebe sehen ihre Azubis einfach als billige Arbeitskräfte und vernachlässigen die Ausbildungsinhalte.“ Nicht ohne Grund blieben in den Berufen die meisten Lehrstellen unbesetzt, die von den Azubis regelmäßig am schlechtesten bewertet werden: Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe und Lebensmittelhandwerk.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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