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Wirtschaftsweiser gegen Auskunftsrecht für Betriebe zum Impfstatus - Corona-Hilfen für Unternehmen verlängern

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Von: Thomas Schmidtutz

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Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat angesichts der verschärften Corona-Lage für eine Verlängerung der Wirtschaftshilfen für Unternehmen plädiert.
Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat angesichts der verschärften Corona-Lage für eine Verlängerung der Wirtschaftshilfen für Unternehmen plädiert. © Jürgen Heinrich/Imago

Im Kampf gegen Corona hat sich der Wirtschaftsweise Achim Truger für härtere Vorgaben ausgesprochen. Eine rasche Eindämmung des Virus helfe „auch der Wirtschaft“, sagte Truger Merkur.de.

München - Der Wirtschaftsweise Achim Truger* hat sich angesichts der verschärften Pandemie-Lage in Deutschland für eine Verlängerung der bestehenden Corona-Hilfen für Unternehmen ausgesprochen. „Wenn die Pandemie länger als erwartet dauert, muss auch die Unterstützung für die betroffenen Unternehmen und Beschäftigen länger aufrechterhalten werden“, sagte Truger am Sonntag gegenüber Merkur.de.

Zwar müssten die Hilfen hinterher auch auslaufen, sagte das Mitglied des Sachverständigenrats. Es wäre jedoch „schlimm, wenn auf den – hoffentlich – letzten Metern der Pandemie viele, die es bis jetzt geschafft haben, doch noch aufgeben müssen“.

Erst am Freitag hatte der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für eine Verlängerung der Corona-Wirtschaftshilfen bis Ende März plädiert. Nach dem aktuellen Stand läuft die Überbrückungshilfe III Plus als zentrales Instrument zum Jahresende aus.

Achim Truger: Wirtschaftsweiser für Homeoffice-Pflicht und 3G am Arbeitsplatz

Zugleich begrüßte der Regierungsberater Pläne zur Einführung von 3G am Arbeitsplatz sowie die geplante Wiederauflage der Homeoffice-Pflicht. Es sei „sehr wichtig, die weitere Ausbreitung“ des Corona-Virus zu verhindern, sagte der Ökonom. Dies helfe „letztlich auch der Wirtschaft“.

Am Sonntag hatte ein Grünen-Sprecher Medienberichte bestätigt, wonach die mögliche Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP die Wiederauflage der Homeoffice-Pflicht plant. Sie soll die bereits geplante 3G-Regel am Arbeitsplatz ergänzen.

Zugleich sprach sich Truger für härtere Vorgaben für die Gastronomie oder Freizeitveranstaltungen aus. „2G, vielleicht auch 2G + wären sinnvoll und hätten schon viel früher eingeführt werden sollen“, sagte der Wirtschaftsweise. Entsprechende Regeln schränkten die Gastronomie und Veranstalter zwar ein, seien „aber besser, als wenn die Kundschaft am Ende aus Angst vor der Ansteckung fernbleibt“.

Achim Truger: Wirtschaftsweiser gegen Auskunftspflicht zu Impfstatus von Arbeitnehmern

Forderungen nach der Einführung einer Auskunftspflicht zum Impfstatus von Beschäftigten erteilte das Mitglied im Sachverständigenrat hingegen eine Absage. Eine entsprechende Regelung berge die Gefahr, dass „Arbeitgeber indirekt an sensible und geschützte Daten zum Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten“ herankämen.

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, riet Truger stattdessen zu einer Erhöhung der Impfzahlen. Dies sei „am allerwichtigsten“. Dabei könnten auch ökonomische Anreize helfen. Denkbar seien eine Lotterie mit hohen Gewinnchancen und attraktiven Geldgewinnen oder Gutscheine, sagte Truger. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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