Kassenärzte-Chef fordert mehr Geld

Ärzte-Protest beginnt: "Haben langen Atem"

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Der Kassenärzte-Chef Andreas Köhler kämpft entschlossen für mehr Geld von den Krankenkassen.

Berlin - Die Streikankündigungen der Ärzte sind vollmundig - aber ob es überall zu Praxisschließungen kommt, ist noch fraglich. Erste Ärzte schicken die Patienten aber bereits in die Klinik weiter.

In ihrem Kampf um höheres Honorar haben erste Fachärzte die angekündigten Protesten gestartet und Patienten ins Krankenhaus weitergeschickt. Flächendeckende Maßnahmen folgten noch im September, bekräftigte eine Allianz von 24 freien Ärzteverbänden am Dienstag in einer Mitteilung.

Derzeit ließen die Verbände eine Urabstimmung über Praxisschließungen anlaufen, wie ein Sprecher der Allianz der Nachrichtenagentur dpa sagte. In einzelnen Verbänden sei die Befragung bereits abgeschlossen - Ergebnis: eine große Zustimmung zu Protesten. Je nach Gesamtergebnis sollten die Praxen möglicherweise erstmals deutschlandweit für eine begrenzte Zeit dichtgemacht werden. Wenn nicht alle mitmachen, würden die Proteste auf einzelne Arztgruppen beschränkt.

Es gebe bereits erste Ausstände. So schließe ein baden-württembergischer Lungenfacharzt sein Schlaflabor und schicke die Patienten ins Krankenhaus. „Wir müssen reagieren, auch wenn es uns schwerfällt“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Pneumologen, Andreas Hellmann.

Rangliste: Welchen Berufen wir vertrauen

Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Mit der Studie „Reader’s Digest European Trusted Brands 2011“ hat das Magazin Reader’s Digest zum elften Mal die vertrauenswürdigsten Berufe und Marken ermittelt. Rang 20: Politikern vertrauen nur 7 Prozent in Deutschland. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 19: Autoverkäufern vertrauen 10 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 17: Fußballspielern vertrauen 14 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 17: Finanzberatern vertrauen 14 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 16: Gewerkschaftsführer vertrauen 24 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 15: Reiseveranstaltern vertrauen 28 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 14: Journalisten vertrauen 29 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 13: Priester und Pfarrer genießen das Vertrauen von 39 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 12: Rechtsanwälten vertrauen 50 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 11: Dem Beruf des Meteorologen schenken 56 Prozent der Deutschen ihr Vertrauen. © dpa
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Rang 10: Der Taxifahrer liegt im Mittelfeld. Ihm vertrauen 55 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 9: Richter vertrauen 60 Prozent. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 8: Lehrern vertrauen 65 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 7: 78 Prozent der deutschen schätzen Landwirte als vertrauenswürdige Berufsgruppe ein. © dpa
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Rang 6: Deutschlands Polizisten haben sich gut geschlagen. 79 Prozent sprechen ihnen das Vertrauen aus. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 5: Ärzten vertrauen 85 Prozent der Deutschen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 4: Mit 86 Prozent sind die Apotheker bei den vertrauenswürdigsten Berufen auf Platz 4. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 2: Krankenschwester belegen den zweiten Platz. 92 Prozent der Deutschen schenken ihnen das Vertrauen. © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 2: Mit 92 Prozent sind Piloten ebenfalls auf Platz 2.  © dpa
Rangliste der vertrauenswürdigsten Berufe
Rang 1: Feuerwehrmänner sind einsame spitze. Sie werden von 95 Prozent der Deutschen als vertrauenswürdig eingestuft. © dpa

Die Bundesärztekammer kündigte im Honorarstreit mit den Krankenkassen eine harte Linie an. „Wenn die Kassen nicht einlenken, werden sie einen heißen Herbst erleben“, sagte Präsident Frank Ulrich Montgomery den „Ruhr Nachrichten“ (Dienstag). Die Kassen müssten drauflegen. Die Ärzte hätten langen Atem.

Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, zeigte sich entschlossen. „Wir fühlen uns zunehmend von unserem Vertragspartner diffamiert und angegriffen“, sagte er im ZDF. Die KBV forderte 11 Prozent mehr Geld für 2013, hatte aber im Schlichtergremium nur eine Erhöhung von 0,9 Prozent bekommen. Dagegen legten die Ärzte Klage ein. Weitere Verhandlungen blockierte die KBV zunächst.

Ein Termin für das angekündigte informelle Gespräch zwischen KBV- und Kassenverbandsspitze zur Klärung der Lage gab es nach Angaben eines KBV-Sprechers noch nicht. Es werde aber vor der nächsten Sitzung des Schlichtergremiums am 15. September stattfinden.

Dienst nach Vorschrift

Die Patienten müssen sich auf lange Wartezeiten für Termine, auf volle Wartezimmer und auf Klinik- anstelle von Praxisbehandlungen einstellen. „Die Ärzte machen dann Dienst nach Vorschrift“, erläuterte KBV-Sprecher Roland Stahl.

Keinen deutschlandweit gültigen Beschluss über eine Beteiligung an Protesten gibt es bei den Hausärzten. Hintergrund ist, dass der Deutsche Hausärzteverband auf eine Differenzierung setzt. Vor allem die Ärzte, die sich in der Sprechstunde im Sinne sprechender Medizin intensiv um die Patienten kümmerten, müssten gestärkt werden, sagte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt der Nachrichtenagentur dpa. „Dafür brauchen wir die notwendigen Mittel, sie müssen zielgerichtet eingesetzt werden.“ Der Verband will Praxisschließungen zunächst nicht propagieren, aber protestierenden Ärzten auch nicht in den Rücken fallen.

Die Krankenkassen mahnten zur Mäßigung. Die Ärzte sollten verhandeln und den Konflikt nicht auf dem Rücken der Patienten austragen, sagte Verbandssprecher Florian Lanz.

dpa

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