Der große Vergleich

Aldi vs. Lidl: Wer hat den besseren Thermomix-Klon?

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Aldi Süd und Lidl versuchen dem Thermomix TM5 von Vorwerk mit Eigenbauten Konkurrenz zu machen.

München - Alle wollen den Thermomix. Der Küchen-Alleskönner ist teuer, umso größer ist der Run auf die preisgünstigen Varianten von Lidl und Aldi. Doch was taugen die überhaupt im Vergleich zum Original?

Frei nach einem Sprichwort könnte man sagen: Der Thermomix im Haus erspart den Koch. Die Multifunktionsmaschine aus dem Hause Vorwerk kann wiegen, kochen, dünsten, mixen, mahlen, kneten, zerkleinern, rühren, pürieren und dampfgaren. Nur beim Braten ist Schluss. Der Tausendsassa, dessen neuestes Modell TM5 heißt, verkauft sich derzeit - um beim Küchenjargon zu bleiben - wie geschnitten Brot, und das trotz seines stolzen Preises von 1109 Euro und Wartezeiten von zwei Monaten.

Kein Wunder also, dass deutschen Hausfrauen und -Männern das Wasser im Mund zusammenlief, als Aldi Süd und Lidl Eigenbau-Varianten des Thermomix zum Schnäppchenpreis von 199 Euro ankündigten. Kaum standen die Geräte in den Regalen der Discounter, kam es sogar zu tumultartigen Szenen: Kundinnen rissen sich die Maschinen gegenseitig buchstäblich aus den Händen.

Doch ist der Hype gerechtfertigt?

Im direkten Vergleich fällt erst einmal auf: Was die Funktionen angeht, nehmen sich der Aldi-Klon der Eigenmarke Studio und der Lidl-Eigenbau Silvercrest Monsieur Cuisine SKMH 1100 A1 nicht viel. Das hat der Test von n-tv.de ergeben. Wer mit den Discounter-Geräten Brot backen will, wird allerdings enttäuscht: Eine extra Knetstufe fehlt hier, ebenso ein Messer-Rückwärtslauf. Der Silvercrest muss darüber hinaus beim Emulgieren und Wiegen passen.

An die Waage hat Aldi gedacht und sie seitlich ans Gerät gebaut - im Original ist sie praktischerweise in den Mixbehälter aus Edelstahl integriert. Der fasst bei den Discounter-Nachbauten jeweils zwei Liter und ist damit um 200 Milliliter kleiner als das Vorwerk-Vorbild. Dieses ist im Übrigen spülmaschinenfest - die Klone müssen Hobbyköche mit der Hand reinigen.

Wie bei dem Schnäppchenpreis kaum anders zu erwarten, verzichten Aldi und Lidl auf bequemen aber teuren Luxus wie den Touchscreen des TM5, mit dem sich die Eckdaten zum Kochen wie Zeit, Temperatur und Drehzahl einstellen lassen. Stattdessen erfolgt die Eingabe über Knöpfe und Schalter.

Bei der Wattzahl (1000 Watt beim Kochen, 500 Watt beim Mixen) ist der Silvercrest dem Original ebenbürtig, Aldis Studio bleibt mit 700 Watt darunter, kann dafür aber wie der TM5 mit bis zu 120 Grad kochen - beim Lidl-Gerät sind 100 Grad das Höchste der Gefühle. Das macht sich bei der Kochzeit bemerkbar, die beim Timer der Discounter-Maschinen maximal 60 Minuten beträgt, wo der Original-Thermomix Garzeiten bis zu 99 Minuten zulässt.

Wie robust der Silvercrest und der Studio gebaut sind, wird sich zeigen, wenn etwas Zeit ins Land gegangen ist - die Garantie-Laufzeit von drei Jahren stimmt da jedoch optimistisch.

Zieht man ein Resümée, erweisen sich beide Geräte als ordentliche Küchenhelfer, wenn sie auch nicht unbedingt für die tägliche Nutzung taugen. Was die Leistung angeht, hat Aldi Süd im Vergleich zu Lidl die Nase knapp vorn.  

hn

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