Amazon-Beschäftigte setzen Streiks fort - zentrale Kundgebung geplant

+
Verdi will für die rund 10 000 Amazon-Mitarbeiter einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Leipzig (dpa) - Beschäftigte des Online-Versandhändlers Amazon haben ihre Streiks an mehreren Standorten fortgesetzt.

Betroffen waren nach Angaben der Gewerkschaft Verdi erneut Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) sowie Graben (Bayern). Am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld hatten Verdi zufolge 500 Mitarbeiter der Frühschicht die Arbeit niedergelegt. In Leipzig waren es demnach mehr als 500 Beschäftigte über den ganzen Tag.

Der Streik zeige Wirkung, betonte die Gewerkschaft. Aufträge blieben liegen, Bestellungen könnten nicht abgearbeitet werden, sagte ein Verdi-Sprecher. Amazon teilte dagegen mit, dass der Arbeitskampf keinen Einfluss auf die Einhaltung des Kundenversprechens für pünktliche Lieferungen habe. In der Frühschicht hätten deutschlandweit weniger als 1030 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Zahlen für beide Schichten lagen dem Unternehmen noch nicht vor.

Für diesen Mittwoch ist eine zentrale Streikkundgebung in Bad Hersfeld geplant, an der Mitarbeiter aller bestreikten Standorte teilnehmen werden, wie Verdi weiter mitteilte. In Leipzig soll demnach bis Donnerstagabend, in Graben bis Samstagabend und an den anderen Standorten bis Mittwochabend gestreikt werden.

Verdi will für die rund 10 000 Mitarbeiter des Versandhandelsriesen in Deutschland einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Verhandlungen darüber lehnt Amazon aber strikt ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende der branchenüblichen Lohnskala.

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Palm-Öl-Gebrauch bei Nutella: So reagiert Ferrero
Palm-Öl-Gebrauch bei Nutella: So reagiert Ferrero
US-Behörden: Fiat hat Abgaswerte manipuliert
US-Behörden: Fiat hat Abgaswerte manipuliert
Anleger flüchten aus der Türkei: Lira im freien Fall
Anleger flüchten aus der Türkei: Lira im freien Fall
Zahl der Migranten steigt mangels Arbeitschancen weiter
Zahl der Migranten steigt mangels Arbeitschancen weiter

Kommentare