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Ampel-Koalition prüft Legalisierung von Cannabis - Für die Staatskasse wäre das ein Segen

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Von: Patricia Huber

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Die künftige Ampel-Koalition könnte Cannabis erlauben. Darüber dürften sich wohl nicht nur Alt-68er freuen, sondern auch der nächste Finanzminister.

Berlin - Klimaschutz, Digitalisierung und eine Rentenreform: Die Pläne der möglichen Ampel-Koalition klingen gut. Doch wie das Ganze finanziert werden soll, geht aus dem Sondierungspapier nicht wirklich hervor. Hier könnte die Legalisierung von Cannabis als willkommenes Hilfsmittel dienen.

Kiffer als Retter des Finanzhaushalts? Ja, zumindest könnte die Legalisierung der heiß diskutierten Droge mehrere Milliarden Euro in die deutsche Haushaltskasse spülen. Das hat ein Forscherteam um Justus Haucap, Ökonomieprofssor an der Universität Düsseldorf, errechnet. Im Jahr 2018 haben Haucap und sein Team den deutschen Cannabis-Bedarf skizziert.

Cannabis-Legalisierung: So viel könnte der Staat verdienen

Das Ergebnis: 250 Tonnen pro Jahr. Bei dieser Menge könnten dank Steuern knapp 2,7 Milliarden Euro für den Staat rausspringen - und das bei sehr konservativen und zurückhaltenden Berechnungen. Schließlich könnte man Cannabis, wie auch Tabak und Alkohol, noch zusätzlich besteuern. Zudem würde man mit einer Legalisierung auch noch einiges an Polizeikosten sparen. Denn illegaler Handel bedeutet auch eine Menge Arbeit für die Beamten.

Doch die Berechnung von vor zwei Jahren ist nicht mehr ganz aktuell, wie Haucap dem Spiegel sagte. „Inzwischen haben wir neue Erkenntnisse zu einigen Faktoren. Insgesamt dürfte die Legalisierung von Cannabis dem Staat deutlich mehr an Einnahmen bringen und an Kosten sparen, als wir es noch 2018 berechnet haben“, erklärte der Ökonom. Daher arbeiten Haucap und sein Team derzeit an einer Aktualisierung der Studie.

Das halten die Ampel-Parteien von der Cannabis-Legalisierung

Aber wie stehen SPD, Grüne und FDP überhaupt zur Legalisierung von Cannabis? Während sich FDP und Grüne für einen „Verkauf in lizensierten Fachgeschäften“ aussprechen, ist die SPD noch vorsichtiger. Sie schlägt eine „regulierte Abgabe“ an Erwachsene vor. Zunächst jedoch nur in Modellprojekten welche von Präventions- und Beratungsangeboten unterstützt werden. Die Chancen auf die lang diskutierte Legalisierung stehen also gut - auch, wenn im Sondierungspapier davon noch nichts zu lesen war.

Ein weiterer Pluspunkt der Legalisierung: Dem Schwarzmarkt würde das Garaus gemacht. Nhung Nguyen, Co-Chefin der Berliner Hanfmesse erklärt, dass dort häufig synthetisch gestrecktes oder übermäßig starkes Cannabis verkauft wird, was gerade bei jungen Konsumenten zu Krankenhausaufenthalten führt. Ein kontrollierter Verkauf könnte diesem Problem entgegenwirken. (ph)

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