Analyse:

Hartz-IV-Regelsätze decken Stromkosten nicht

München - Die Hartz-IV-Regelsätze reichen einer Analyse zufolge bei weitem nicht aus, um die Stromkosten zu decken. Das hat das Vergleichsportal "Check24" aufgedeckt.

Durchschnittlich 116 Euro müssen Bezieher von Arbeitslosengeld II dafür im Jahr zusätzlich aus eigener Tasche aufbringen, wie aus einer am Montag in München veröffentlichten Analyse des Vergleichsportals Check24 hervorgeht. Besonders stark betroffen sind demnach Verbraucher in Ostdeutschland.

Eine alleinstehende Person zahlt in Deutschland laut des Vergleichsportals monatlich rund 43 Euro für Strom in der Grundversorgung. Der Regelsatz für Hartz-IV-Empfänger sieht für Wohnen, Energie und Strom aber nur rund 33 Euro im Monat vor. Knapp zehn Euro müssten Bezieher von Arbeitslosengeld II pro Monat in anderen Bereichen wie Nahrungsmittel oder Kleidung einsparen, heißt es in der Analyse.

Da der Strompreis in ostdeutschen Bundesländern im Schnitt knapp vier Prozent über dem westdeutschen Mittel liege, treffe es die Verbraucher dort besonders hart. Knapp 10,50 Euro zahlen ostdeutsche Hartz-IV-Empfänger demnach im Durchschnitt pro Monat aus eigener Tasche hinzu.

Für Verbraucher mit geringer Bonität sei es kaum möglich, aus der Grundversorgung zu einem Alternativanbieter zu wechseln und Stromkosten zu sparen, teilte Check24 mit. In den meisten Fällen würden sie nach der Bonitätsprüfung von den Anbietern abgelehnt und müssten "im teureren Grundversorgungstarif bleiben", erklärte Isabel Wendorff von dem Vergleichsportal.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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