Börse in Frankfurt

Dax schwächelt erneut - Euro-Auftrieb belastet

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Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat erneut nachgegeben. Dabei passte sich der deutsche Leitindex den gesamten Tag über dem Auf und Ab des Euro an, der letztlich wieder spürbar in Richtung 1,14 US-Dollar stieg.

Ein stärkerer Euro erschwert Exporte außerhalb der Euroregion und drückt damit Aktien von Unternehmen, die einen Großteil ihrer Waren im Ausland absetzen. Mit einem Abschlag von 0,19 Prozent auf 12 647,27 Punkte ging der Dax aus dem Handel. Damit erholte er sich im Tagesverlauf von anfänglich deutlicheren Verlusten. Der MDax, in dem mittelgroße Unternehmen abgebildet sind, büßte 0,29 Prozent auf 24 824,96 Punkte ein. Für den TecDax ging es um kräftigere 1,09 Prozent auf 2220,94 Zähler nach unten, womit der deutsche Technologiewerte-Index die Verluste US-Börsen vom Vorabend nachvollzog.

Auch europaweit gaben die Börsen mehrheitlich leicht nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,07 Prozent auf 3535,70 Zähler, und auch in Paris und London wurden Verluste verzeichnet. In den USA hingegen zeigten sich die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss freundlich.

Wie aus Notenbank-Kreisen bekannt wurde, sieht sich die Europäische Zentralbank (EZB) in Bezug auf die jüngsten Äußerungen ihres Chefs Mario Draghi missverstanden. Dessen Aussagen am Dienstag seien als ausgewogenes Statement gedacht gewesen, das einerseits das solide Wachstum im Euroraum und andererseits die Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Unterstützung herausheben sollte, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg mit der Sache vertraute Personen.

Draghis Bemerkungen hatten am Vortag für starken Auftrieb beim Euro gesorgt, weil sie als Hinweis auf eine weniger lockere Geldpolitik verstanden worden waren. Auf den Bericht reagierte der Euro dann - allerdings nur kurzzeitig - wieder mit deutlichen Verlusten. Bis zum Abend setzte die Gemeinschaftswährung ihren Anstieg jedoch fort.

Unter den Einzelwerten im Dax standen vor allem die Papiere der Lufthansa und der Commerzbank im Blick. Für die Fluggesellschaft gab es erneut positive Analystenkommentare. Die Aktie stieg als Favorit im Dax mit einem Plus von 3,57 Prozent erstmals wieder seit April 2014 über 20 Euro. Mit einem Plus von 63 Prozent seit Jahresbeginn löste sie die RWE-Aktie als Spitzenreiter im Dax ab.

Für die Anteilsscheine der Commerzbank ging es um 3,21 Prozent nach oben. Neben den steigenden Erwartungen einer allmählichen Wende in der Geldpolitik der EZB, die auch die Aktien der Deutschen Bank mit plus 1,42 Prozent weiter Auftrieb gaben, stand der Digitalisierungs-Workshop der Commerzbank im Blick. Der Umbau des Geldhauses laufe insbesondere mit Blick auf die Kosten nach Plan, schrieb etwa der Experte Benjamin Goy von der Deutschen Bank.

Die RWE-Aktien weiteten dagegen ihre Verlustserie auf inzwischen acht Handelstage aus. Sie gingen als Schlusslicht mit minus 2,36 Prozent aus dem Tag und verloren seit ihrem Zweijahreshoch bei 20,33 Euro am 19. Juni nun insgesamt knapp 12 Prozent. Ihr Plus seit Jahresbeginn verringerte sich damit auf 52 Prozent.

Die Aktien des Börsenneulings Vapiano fielen auf ihren Ausgabepreis von 23,00 Euro zurück. Tags zuvor hatten die Papiere der Restaurantkette auf 24,00 Euro geschlossen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,13 Prozent am Dienstag auf 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,37 Prozent auf 141,05 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,09 Prozent auf 163,40 Punkte. Der Euro wurde am Abend zu 1,1364 US-Dollar gehandelt. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,1375 (Dienstag: 1,1278) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8791 (0,8867) Euro.

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